Grsync

Grsync ist ein Programm mit grafischer Schnittstelle und das zum Synchronisieren von Daten sowie für die Datensicherung geeignet. Egal, ob innerhalb des Hauses oder auf entfernte Computer und Server, dieses Programm unterstützt diese Aufgabe hervorragend.

Grsync, die grafische Schnittstelle, setzt auf das Terminal-Kommando „rsync“ auf. Diese beiden professionellen Programme besitzen die OpenSourceSoftware-Lizenz GPL und sind kostenlos verfügbar.

Grsync kann die Datensicherung auch durch einfaches kopieren erstellen, das heißt im Umkehrschluss, zur Not können die Dateien auch ohne „Grsync“ wiederhergestellt werden.

Das rsync-Protokoll ist wesentlich schneller als normale Transfer-Protokolle und schneller als jeder normale Kopiervorgang.

Inhaltsverzeichnis

  1. Info zu Grsync
  2. Info zu rsync
  3. Installation
  4. Hilfe und Unterstützung
  5. Orsoni Piero
  6. Beschreibung der grafischen Oberfläche
  7. Backup
  8. Filter
  9. Unterschied von Backup und Synchronisation
  10. Synchronisation
  11. Windows Besonderheiten
  12. Quellenangabe

1. Info zu Grsync

URL http://www.opbyte.it/grsync/
Download-URL http://www.opbyte.it/grsync/download.html
Downloadgröße 317 Kilobyte für Unix-Derivate, über 6 MB für Windows
Autor Piero Orsoni
Lizenz GPL
Abhängigkeiten GTK-Bibliotheken
Plattformen Windows, macOS, Linux, andere Unix-Derivate
Handbuch man rsync
Version 1.2.6 am 08. März 2019

2. Info zu rsync

URL https://rsync.samba.org/
Download-URL https://rsync.samba.org/download.html
AutorenAndrew Tridgell und Paul Mackerras
Maintainer Wayne Davison
Lizenz GPL
Version rsync 3.1.3 protocol version 31 am 08. März 2019

3. Installation

Hier die meist genutzten Installations-Kommandos für die jeweiligen Paket-Verwaltungen.

Arch Linuxsudo pacman -S grsync
Debian + Derivatesudo apt install grsync
Red Hat + SUSEsudo yum install grsync
WindowsHier gilt wie immer, keine Paket-Verwaltung vorhanden, daher von der Original-Webseite herunterladen und das Setup starten.
„https://sourceforge.net/projects/grsync-win/files/grsync-win/Windows%20Installer/“
macOSFür diese Betriebssystem habe ich keine Adresse gefunden, wo man „Grsync“ kaufen kann. Apples „Time Machine“ bringt ebenfalls ein Sicherungskonzept mit. Es arbeitet ähnlich dem in Linux bekannten „BackInTime“, das ebenfalls auf „rsync“ aufbaut.

3.1. Programm starten

Das installierte Programm kann über das Startmenü, beziehungsweise Applikationsmenu oder die Dash gestartet werden.
Im Terminal „grsync“ eingeben, startet das Programm auch.

4. Hilfe und Unterstützung

Generell sollt „Grsync“ in jedem Linux-Referenzwerk beschrieben sein oder in Bücher, die nur den Buchtitel „Linux“ tragen.
Dasselbe trifft erst recht auf auch „rsync“ zu. Dieses Kommando ist in jeder Linux-Kommandoreferenz zu finden.

4.1. Tooltips

Tooltips sind Erklärungen die über den Optionen oder Text erscheinen, wenn die Maus darüber geht. Es werden die rsync-Argumente angezeigt und manchmal ein sehr kurzer Hinweis. Das ist wohl die effektivste Hilfe in Grsync.

4.2. Hilfe von den Autoren

Die Hilfe zu „rsync“ ist im Terminal aufzurufen mit

rsync --help

oder

rsync -h

Das Handbuch für „rsync“ ist ebenfalls im Terminal aufzurufen mit „man rsync“.
Im Internet ist diese Grsync-Seite mit vielen Referenzen zu finden „http://www.opbyte.it/grsync/“.
Eine vielfältige Dokumentations-Seite von „rsync“ ist hier im Netz „https://rsync.samba.org/“, es ist auch die Heimatseite von „rsync“.

4.3. Weitere Webseiten mit Hilfeangeboten

https://wiki.archlinux.de/title/Rsync
https://wiki.archlinux.org/index.php/Rsync
https://wiki.ubuntuusers.de/rsync/#Grafische-Benutzeroberflaechen

5. Orsoni Piero

Über den Autor und sein Intention mit „Grsync“ ist hier ein schöner Beitrag https://www.hostingadvice.com/blog/grsync-is-an-open-source-gui-for-rsync/.

6. Beschreibung der grafischen Oberfläche

Die Oberfläche steht in mehreren Sprachen zur Verfügung, unter anderem auch in Deutsch, Englisch und Italienisch. In diesem Leitfaden nutze ich die deutsche Sprachversion. Trotzdem werden rudimentäre Englisch- Kenntnisse vorausgesetzt, da alle originalen Hilfen, meist im Terminal, in Englisch verfasst sind.
Einen Nachteil von „Grsync“ gegenüber „rsync“ will ich nicht verschweigen. Die grafische Oberfläche kann nicht alle Parameter von „rsync“ als Optionen darstellen. Trotz allem, dass dieses Programm den semi-professionellen Einstieg in die Datensicherung und die Synchronisation erleichtert, kann es das Terminal-Kommando „rsync“ nicht wirklich abbilden. Aber das, was „Grsync“ kann, ist wohl für den überwiegenden Anteil der Anwender ausreichend und das scheint das Ziel des Autors zu sein. Und diese Anleitung hier, ist gewiss nicht für Systemadministratoren geeignet.
Leider fehlt „Grsync“ eine Option, die gleich sieben Parameter beinhaltet „ -t -o -p -g -r -l -D “, den Archiv-Modus mit dem Parameter „-a“. Für professionelle Anwender bleibt daher nur noch im Terminal „rsync“ selbst zu nutzen.

6.1. Menü

Unterhalb der Fenstersteuerung ist das Menü. Es besteht aus drei Menüpunkten, „Datei“, „Sitzung“ und „Hilfe“.

a) Menü „Datei“

Quellverzeichnis auswählen …
Strg+S
Zielverzeichnis auswählen …Strg+D
Ziel und Quelle vertauschenInteressant für mehrere Computer
SimulationAlt+SFür die Fehlerkorrektur der Einstellungen
AusführenAlt+E
Rsync-BefehlszeileAlt+RInteressant für eigene Scripte
Einstellungen
BeendenStrg+Q

b) Menü „Sitzungen“

HinzufügenAlt+A
LöschenAlt+D
Importieren
Exportieren

c) Menü „Hilfe“

Infoentspricht „Über“ beziehungsweise „About“
Rsync-InformationenVersion, Webseite, Autor, Lizenz und anderes
MitwirkenLink zu http://www.opbyte.it/contribute.html

6.2. Werkzeugleiste

Die Werkzeugleiste liegt unter der Menüleiste. Sie beinhaltet von links beginnend

  • Namen der Sitzung
  • Symbol zum Hinzufügen einer Sitzung oder Sitzungsgruppe
  • Symbol zum Löschen einer Sitzung oder Sitzungsgruppe

Die beiden letzten Symbole sind

  • Die Ausgabe und Warnungen der laufenden oder abgeschlossenen Sitzung
  • Ganz rechts außen, das Symbol zum Ausführen der ausgewählten Sitzung

6.3. Leiste mit drei Karteireitern

Sie sind untergliedert in „Standard-Optionen“, „Erweiterte Optionen“ und „Zusatzoptionen“.

Standard-Optionen
Erweiterte Optionen
Zusatzoptionen

Unter „7. Backup“ werden diese drei Tabs nun einzeln in ihrer Funktion abgehandelt.

7. Backup

Nun ein Backup des persönlichen Verzeichnisses vom Benutzer „resu“, auf einen am Computer angeschlossenen externen USB-Stick.
In Zukunft werden Datensicherungen, möglicherweise, mehr auf entfernte Rechner und NAS stattfinden. Bei Bedarf, kann ich dazu ein explizites Beispiel zusätzlich noch erstellen.

Vorsicht, das Zielverzeichnis darf nicht innerhalb des Quellverzeichnisses liegen. Oder anders, wenn Verzeichnis /home gesichert wird, sollte das Zielverzeichnis nicht ebenfalls in „/home“ liegen. Das kann passieren wenn ein Unterverzeichnis von „/home“ beispielsweise auf einen anderen Datenträger oder anderen Partition liegt, wie „/sda1/home/resu/“ und „/sdb2/home/resu/Sicherung“.

7.1. Vorbereitungen

Wenn alle Vorbereitungen abgeschlossen sind, kann es losgehen. Trotzdem hier noch ein paar Hinweise.

  • Ist das externe Gerät oder das Netzlaufwerk angeschlossen und gemountet
  • Sind die Schreibrechte für diese Geräte vorhanden, ansonsten „Grsync“ mit erweiterten Rechten, beispielsweise sudo, starten oder Schreibrechte mit su oder sudo im Zielverzeichnis einfordern
  • Überprüfen des freien Speicherplatz, am schnellsten geht es im Terminal mit „df -h“ oder grafisch mit „Laufwerke“, „Laufwerke“ installieren mit „gnome-disk-utility“
  • Alle Updates sind installiert und der abschließende Neustart war auch durchgeführt
  • Eine Unterbrechung des Sicherungsvorgangs kann ausgeschlossen werden, wie auch eine Katze auf Tastatur
  • USV ist aktiv, da ein inkrementelles Backup für privat oder Kleinunternehmen in der Regel unter 5 Minuten liegt, würde das eine „Unterbrechungsfreie Stromversorgung“ auch garantieren

7.2. Tab „Standard-Optionen“

Die Auswahl der Verzeichnisse für Quelle und Ziel ist sehr einfach gestaltet. In den zwei Zeilen für eine Eingabe wird in die oberste Zeile die Quelle manuell eingetragen oder über den rechten Schalter, hier mit einem Ordnersymbol und der Beschriftung „Öffnen“.
In die untere Zeile kommt das Zielverzeichnis. Dort genauso vorgehen, wie eben für die Quellenangabe.

a) Quelle

Die Quelle ist das oberste Verzeichnis, aus dem noch Daten gesichert werden soll. Also nicht das oberste Wurzel-Verzeichnis, sondern das oberste Verzeichnis wo noch zu sichernde Daten liegen.
Keine Angst, wir kommen auch zu Ausschlüssen aus diesen Verzeichnis, somit zu alle Daten die nicht gesichert werden sollen.
In unserem Beispiel ist das /home-Verzeichnis des Benutzers „resu“ zu sichern.

/home/resuDieser Pfad erzeugt im Zielverzeichnis einen Ordner mit Namen „resu“.
/home/resu/Diese Pfadangabe sichert direkt in das Zielverzeichnis.

b) Ziel

Das Zielverzeichnis liegt im Idealfall physisch außerhalb des Computers.
Die Konvention der Pfadangabe bestimmt, es kann nur die gemountete Adresse angegeben werden und nicht das gemountete Gerät.
In unserem Beispiel ist es richtig mit der gemountete Adresse
„/run/media/resu/USB3-extern/Backup-inkrementell/“

Das falsche Beispiel für einen Pfad zu dem gemountetes Gerät wäre
„/dev/sdc1/Backup-inkrementell/“

Beispiele für eine Netzadresse
„resu2@192.168.1.124:/home/resu2/Datensicherung“
„resu2@meinserver.backup.de:/home/resu2/Datensicherung“

Bei Internet-Adressen, erst die SSH-Verbindung etablieren oder die Option „Diesen Befehl vor „rsync“ ausführen:“ nutzen um ein Script das erledigen zu lassen.

c) Einstellungen der Standard-Optionen

Um alle Optionen zu beschreiben, sprengt den Rahmen diese Beispiels. Daher beschreibe ich nur die wesentlichen Optionen.
Ansonsten gilt, der Programmierer hat schon die Optionen gesetzt, die für die meisten Benutzer zutreffend sind. Weiter Hilfen gibt es wie oben unter „3. Hilfe und Unterstützung“ beschrieben.

Zeitstempel erhalten > schnellerer Index der Datensicherung durch Überprüfung des Zeitstempels

Zugriffsrechte erhalten > Lesen und Schreiben, Schreibschutz an und aus für Benutzer und Gruppen

Besitzer erhalten und Gruppe erhalten > Der Normalfall ist, Benutzer und Gruppe bleiben immer erhalten, auch ohne diese Option zu aktivieren. Diese Optionen sind zu beachten, wenn von mehreren Benutzern die Verzeichnisse gesichert werden und für die Wiederherstellung. Diese Option ist nur für Linux-Dateisysteme aktiv.

Im Zielverzeichnis löschen > Wichtig zu beachten beim wiederherstellen von Daten, ansonsten wird die Sicherung tatsächlich den aktuellen Stand darstellen, also auch Dateien die in der Quelle gelöscht wurden, auch in der Sicherung löschen.

Dateisystem nicht verlassen > Es werden nur Daten gesichert, wenn das Dateisystem des Quellverzeichnis nicht verlassen wird.

Ausführliche Meldungen > Es wird der Arbeitsablauf ausführlich dargestellt.

Fortschritt anzeigen > Die Progressionsbar beruhigt, aber ist bei sehr großen Dateien nur bedingt hilfreich, da dann oft über 90 Prozent angezeigt wird und trotzdem die Sicherung noch einmal so lange läuft wie bisher.

Bestehende ignorieren > Es werden nur neu erstellte Dateien und Verzeichnisse gesichert.

Nur Dateigröße vergleichen > Es wird ein schnellerer Index der Sicherung durch Überprüfung der Dateigröße erstellt.
Durch Prüfung des Zeitstempel und der Dateigröße kann ein inkrementelles Backup noch mehr beschleunigt werden. In einem sehr unwahrscheinlichem Falle, das bei einem Backupcrash Dateien beschädigt werden, könnten die Metadaten von Dateien, wie Zeit und Größe, eine intakte Datei vortäuschen.

Neuere Überspringen > Wichtig, wenn das System schon einmal zurückgesetzt wurde.

Windows-Kompatibilitätsmodus > Der Zeitstempel darf für das langsamere Windows eine Ausnahme bis zu einer Sekunde zulassen. Der hinterlegte Parameter lautet „–-modify-window=1“. Im Terminal kann die Zeitdifferenz bei „rsync“ auch beliebig geändert werden.

7.3. Tab „Erweiterte Optionen“

Voreingestellt ist nur „Befehlszeilen-Argumente erhalten“.

Dateiinhalte komprimieren > Diese Option spart viel Zeit bei Archivierung von Daten auf eine Webserver.
Ist ansonsten nur geeignet bei fehlenden Speicherplatz oder drastisch vergrößerte Sicherung.

Nur bestehende Dateien aktualisieren und Rekursion deaktivieren > Könnte für abgeschlossene Projekte wichtig sein.

7.4. Zusätzliche Optionen in Tab „Erweiterte Optionen“

So, nun hat man die Möglichkeit bestimmte Verzeichnisse und die Dateien von der Sicherung auszuschließen. Und selbst bei den ausgeschlossenen Daten können Daten wieder eingeschlossen werden. Die Attribute lauten:

--exclude

und

--include

Diese Regeln werden Filter genannt und sind unter „8. Filter“ genauer beschrieben.

7.5. Tab „Zusatzoptionen“

Das ist wirklich Komfort. „Grsync“ gibt dem Anwender noch Möglichkeiten vor dem Start und am Ende der Datensicherung oder der Synchronisation, weitere Kommandos anzufordern.

Diesen Befehl vor „rsync“ ausführen: > Diese Option nutze ich mit dem Eintrag „bleachbit“. Somit wird garantiert, das kein unerwünschter Datenmüll mit verarbeitet wird.

Bei Fehlern anhalten > Das würde ich nur bei den ersten Überprüfungen einer eingerichteten Sicherung oder Synchronisation aktivieren, um eventuelle Korrekturen in den Einstellungen vorzunehmen. Fast ist diese Einstellung schon redundant, da ja auch unter Menü „Datei“ noch die Möglichkeit der Simulation bereit steht.

Diesen Befehl nach „rsync“ ausführen: > Hier wäre der Eintrag „shutdown -P now“ sinnvoll, wenn die Datensicherung oder die Synchronisierung das letzte Event am Computer ist.

Als Systemverwalter ausführen > Das schränkt „Grsync“ auf die Benutzer mit administrativen Rechten ein, also sudo su oder root. Nur die Inhaber des Kennworts, darf Sitzungen in „Grsync“ ausführen. Das ist richtig, bei möglichen Zugang anderer Personen im Arbeitsumfeld. Denn eine Datensicherung ist eine verantwortungsvolle Systemarbeit.

Vorsicht, wird beispielsweise vergessen das Zielgerät zu mounten und der Synchronisationsprozess gestartet, kann es passieren der Computer fährt herunter. Was ist passiert? Ganz einfach, im Anschluss nach Ausführung von Grsync steht „shutdown“, „reboot“ oder sonst eine Anweisung die strikt befolgt wird.

8. Filter

Jetzt kommt das Filetstück von rsync, die Reglementierung mit Mustern, auch Filter, englisch „pattern“. Der Syntax scheint den normalen Anwender sehr streng, doch die Datensicherungen und die Synchronisationen sollen auch außerhalb des eigenen Netzwerkes funktionieren und damit ist eine strenge Logik einzuhalten. Der Syntax der Filter trifft auf das Ausschließen und das Einschließen zu.
Die hier beschrieben Filter, sind die wohl meist genutzten Anweisungen. Weitere Filter, um noch weiter zu differenzieren, sind auch möglich.

8.1. Beispiele für Filter

Nun einige Punkte zur Beachtung.

  • Für Linux-Neulinge, bitte die Groß- und Kleinschreibung beachten
  • Alle Anweisungen mit Gleichheitszeichen sind ohne Leerzeichen zu schreiben
  • Erst alle Anweisung für „include“ setzen und danach „exclude“
  • Unterschiede zwischen einzelnen Filter und Filterlisten beachten
  • Pfade beachten, es wird vom Quellverzeichnis ausgegangen
  • Mit den Wildcards sparsam umgehen

Vorsicht, es wird immer von den angegebenen Quellverzeichnis ausgegangen, wie hier in unserem Beispiel von „/home/resu“. Das Verzeichnis /Videos ist so richtig ausgewiesen. Aber den ganzen Pfad aus der Wurzel mit „/home/resu/Videos“ angegeben, dann funktioniert es logischerweise nicht.

–include=img-12.jpg > Schließt die genannte Datei ein, trotz Ausschluss aller Dateien mit img*.jpg.

–exclude=img*.jpg > Das angegebene Muster weist an, das Dateien die im Namen mit den drei Buchstaben „img“ beginnen und die Dateierweiterung „.jpg“ tragen, auszuschließen sind.

–exclude=/Videos > Das Verzeichnis „/Videos“ als Unterverzeichnis des Quellverzeichnis soll nicht eingeschlossen sein.

–exclude=/Dokumente/ProjektZero.pdf > Die Datei „ProjektZero.pdf“ soll ausgenommen werden.

–exclude=/.cache > Das versteckte Verzeichnis „/.cache“ als Unterverzeichnis des Quellverzeichnis soll nicht eingeschlossen sein.

–exclude=*~* > Das angegebene Muster weist an, das alle Verzeichnisse und Dateien die eine Tilde im Namen besitzen sind auszuschließen sind.

–exclude=*dump.zip > Das angegebene Muster weist an, das Dateien die im Namen mit „dump.zip“ enden, auszuschließen sind.

–exclude=* > Das angegebene Muster weist an, alles auszuschließen, denn Asterisk, deutsch Sternchen, ist eine sogenannte Wildcart, die jedes Zeichen beinhalten kann. Damit ist natürlich keine Sicherung oder
Synchronisation möglich. Diese Anweisung ist daher falsch, genauso wie –exclude=**.

8.2. Filterlisten

Für Filterlisten gilt abweichend folgendes.

  • Alle include-Angaben beginnen mit einem Pluszeichen, gefolgt von einem Leerzeichen und dem Muster selbst.
  • Alle exclude-Angaben beginnen mit einem Minuszeichen, gefolgt von einem Leerzeichen und
  • dem Muster selbst.

a) Filterlisten einbinden

--include-from=Pfad/Datei
--exclude-from=Pfad/Datei

b) Beispiele von Filterlisten

Dateiinhalt der Datei „filter-include“

+ Schreibtisch/grsync*
+ Videos/tutorial-gimp.mp4

Dateiinhalt der Datei „filter-exclude“

– grsync*
– Videos/*
– Musik
– .*
– *~*

Eine Bemerkung dazu. Damit aus dem Verzeichnis „Videos“ trotz Ausschluss aller Dateien, siehe Wildcard, doch noch die Datei „tutorial-gimp.mp4“ wieder einzuschließen ist, lautet der Syntax anders, wie der Ausschluss des kompletten Verzeichnis „Musik“.

Eingebunden werden diese Dateien als Filterlisten
–include-from=Schreibtisch/filter-include
–exclude-from=Schreibtisch/filter-exclude

Dieses Beispiel im Terminal
rsync -r -t -v –progress –size-only -s –include-from=Schreibtisch/filter-include –exclude-from=Schreibtisch/filter-exclude /home/resu/ /run/media/resu/USB3-extern/Backup-inkrementell/

9. Unterschied von Backup und Synchronisation

a) Die Merkmale des Backup

  • Datensicherung auf ein anderes Gerät
  • Alle wichtigen Daten werden in eine gesicherte Umgebung archiviert
  • Wiederherstellung von Daten
  • Komprimierung des Zielverzeichnis, optional
  • Planung der Datensicherung, am besten mit „cron“ oder Script
  • Datensicherung auf externe Geräte oder in eine gesicherte dezentrale Cloud, sind die besten Optionen

b) Die Merkmale einer Synchronisation

  • Abgleich der Daten zwischen mindestens zwei Geräten, keines der Geräte hat unbedingt Vorrang
  • Synchronisation zwischen mobilen Geräten oder/und zwischen Desktop-PC ́s oder/und
  • Workstadions oder/und Cloud-Diensten
  • Synchronisation von Kalender, Terminen und Kontakten
  • Synchronisation über die Cloud ist zur Zeit dominierend

10. Synchronisation

Alles was unter Punkt „7. Backup“ geschrieben wurde, trifft weites gehend auch auf die Datensynchronisation zu. Hier noch ein interessantes Beispiel.

10.1. Synchronisation über das Netzwerk

Um eine Webseite herunterzuladen nehmen wir das Kommando wget oder grafisch mit HTTrack. Aber um beispielsweise ein Datenträgerabbild schnell abzugleichen mit einem schon vorhandenen, ist „Grsync“ auch geeignet. Bei Bedarf, also wenn die Quelle neuer ist wie das Ziel, wird dann das Abbild heruntergeladen.
Die Angabe der Quelle bedingt auch die Angabe des Protokolls, in unserem Fall hier „rsync://“ statt „https://“.

a) Beispiel

Quelle: rsync://cdimage.debian.org/cdimage/daily-builds/daily/arch-latest/amd64/iso-cd/debian-testing-amd64-netinst.iso

Ziel: /home/resu/Distributionen/debian-testing-amd64-netinst-aktuell.iso

10.2. Synchronisation von Geräten

Wenn zwei Desktop-PC ́s synchronisiert werden, ist zu beachten, das nur Daten des /home-Verzeichnis und Daten die nicht eben aktiv sind synchronisiert werden. Aktive Binaries oder aktive Dienste zu synchronisieren wird möglicherweise zum Absturz des Computers führen. Daher sind alle Programme und Kommandos zu beenden und auch aktive Fenster zu schließen, außer den nun benötigten.
Die Synchronisation zwischen mobilen Geräten, wie Smartphone, Tablet-PC und ähnlichem, übernimmt eine Funktion des Betriebssystem der mobilen Geräte.

11. Windows Besonderheiten

Diese Kapitel ist leider notwendig, um einige Hürden zu erleichtern. Wenn hier „Windows“ genannt wird, ist immer von „Windows 10“ auszugehen, andernfalls wird es benannt.
Was bisher schon festgestellt wurde.

  • Download von Originalseite, leider ohne Hashwert und sonstige Echtheitsprüfung
  • Anpassung des Zeitstempels, mit dem Parameter
–-modify-window=1

11.1. Administrator „System“

Unter „Windows“ gehören die „Eigenen Dateien“ nur zum Teil den Benutzer. Ein Großteil wird von „Microsoft“ anderen administrativen Benutzern zugeordnet. Daher gibt es viele Schwierigkeiten zu überwinden bei Systemaufgaben, wie die Datensicherung und der Synchronisation.
Alle von „Microsoft“ eingebauten Attribute und Funktionen, die den Benutzern die Kontrolle über „Windows“ erschweren, können hier nicht behandelt werden, da das Thema eines Buches wäre.
Trotzdem hier ein Beispiel, worauf man sich bei „Windows“ einlässt.

11.2. Filter setzen

Um Filter zu setzen, damit aus den „Eigenen Dateien“ nur das gesichert wird, was nützlich ist, muss folgende Kenntnis voraus gesetzt werden. Die folgende Verzeichnisse direkt unter „Eigene Dateien“, sind nur Verknüpfungen und keine echten Verzeichnisse und diese Verknüpfungen gehören den Administrator „System“. Die Rechte vom Administrator “System“ sind nur sehr schwer auf den Benutzer zu übertragen. Außerdem ist es nicht zu empfehlen, denn alle Verzeichnisse arbeiten tatsächlich nur mit englische Namen im Betriebssystem.

  • Anwendungsdaten
  • Cookies
  • Druckumgebung
  • Eigene Dateien
  • Lokale Einstellungen
  • Netzwerkumgebung
  • Recent
  • SendTo
  • Vorlagen

Das ist keine Garantie für Vollständigkeit. Wird versucht diese Verknüpfungen zu filtern, oder auch nur eine, werden alle Filterregeln ausgesetzt. Weiterhin wird von „Windows“ erwartet, die englischen Bezeichnungen für die Verzeichnisse in die Filter einzutragen.

11.3. Pfad und Inhalt der grsync.ini

Filter und sonstige manuelle Konfigurationen für das Programm, werden in der „grsync.ini“ gespeichert. Der Pfad ist „C:\AlleBenutzer\winuser\.grsync\grsync.ini“.
Hier ein Beispielinhalt der „grsync.ini“. Bitte ohne „# BEGINN“ und „# ENDE“, aber mit erster Leerzeile kopieren.

# BEGINN

[__CONFIG]
command=rsync
output=false
remember=true
errorlist=true
logging=false
root_x=0
root_y=0
width=453
height=499
last_session=backup-w
Datei: Grsync
text_source=C:\Users\winuser\
text_dest=E:\backup-win\
text_com_before=C:\Program Files (x86)\BleachBit\bleachbit.exe
text_addit=--exclude=cache --exclude=ntuser* --exclude=NTUSER* --exclude=Cookies --exclude=Contacts --exclude=*lnk --exclude=Favorites --exclude=Downloads --exclude=Dropbox --exclude=InstallAnywhere --exclude=Vorlagen
text_com_after=
check_time=false
check_perm=false
check_owner=false
check_group=false
check_onefs=false
check_verbose=true
check_progr=true
check_delete=false
check_exist=false
check_size=true
check_skipnew=false
check_windows=true
check_sum=false
check_symlink=false
check_hardlink=false
check_dev=false
check_update=false
check_keepart=false
check_mapuser=false
check_compr=false
check_backup=false
check_com_before=false
check_com_halt=false
check_com_after=false
check_browse_files=false

# ENDE

Der Aufruf von Bleachbit hatte nicht funktioniert, deshalb wurde es unten wieder deaktiviert.

11.4. Empfehlung

Eine Alternative unter Windows ist „Cobian Backup“. Der Autor, Luis Cobian, hat viele „Windows“-Eigenheiten umschiffen können, durch das starten als Dienst und die Erstellung von Schattenkopien. Bitte beachten Sie bei der Installation, „Cobian Backup“ als Dienst zu starten und bei der anschließenden Konfiguration die „Schattenkopien“ zu nutzen. Danach wurden alle von mir gesetzten Filter ordnungsgemäß abgearbeitet.
Außerdem ist ein eingebauter Zeitplaner vorhanden, der sehr differenziert einzustellen ist.

URL https://www.cobiansoft.com/

12. Quellenangabe

Außer den oben genannten Quellen, können noch folgende Quellen eingesehen werden.

  • https://de.wikipedia.org/wiki/Rsync#Grafische_Oberfl%C3%A4chen
  • https://www.unixmen.com/grsync-gadmin-rsync-graphical-front-end-applications-rsync-tool/
  • https://www.freenet.de/digitalewelt/windowssoftware/datenbackup-mit-grsync_705146_4734250.html

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