Homeoffice – 25 Jahre Erfahrung

Seit 1995 mache ich Homeoffice und zu Zeiten der COVID-19-Epidemie in Deutschland, möchte ich meine Erfahrungen teilen.

Weitere Stichwörter sind Corona Virus, Corona Quarantäne, Heimarbeitsplatz, Heimbüro und Telearbeitsplatz.

Inhaltsverzeichnis

  • Raumgestaltung
  • Gesundheitsaspekt
  • Soziale Gestaltung
  • Hardware
  • Software
  • Backupkonzepte
  • Teamwork

Raumgestaltung

Hier die wichtigsten Punkte im Überblick für die räumliche Gestaltung.

  • Ordentlicher Stuhl oder wie am bisherigen Arbeitsplatz
  • Tisch mit hoher Tischplatte oder wie am bisherigen Arbeitsplatz
  • Kein Fenster von Vorne
  • Keine Tür im Rücken

Dass die Couch, der Sessel oder ein Hocker unbequem sind, wird man sehr schnell merken.

Das Fenster von Vorne, zwingt einem ständig die Augen zu zukneifen, um den Monitorinhalt zu erfassen.

Eine Tür im Rücken ist nicht nur mit dem Gefühl „des beobachtet werden“ verbunden, sondern auch mit einem ständiger Luftzug, der sehr unangenehm und nicht gesundheitsfördernd ist.

Gesundheitsaspekt

Die oben aufgelistete Raumgestaltung schont den Rücken, die Handgelenke, die Augen und erhöht die Konzentration.

Arbeiten am PC bedingt Tageslicht, ansonsten bestehen gesundheitliche Gefahren. Ein Austricksen mit Daylight-Beleuchtung, kann einem zum workerholicer werden lassen!

Notebook, Tablet-PC

Auch wenn die Werbung und die Google-Suche es suggerieren, ein Notebook gehört niemals zum Homeoffice und ist ausgesprochen kontraproduktiv. Nicht nur dass das Schreiben gar nicht in hoher Geschwindigkeit möglich ist, durch die angewinkelten Handgelenke, auch der Rücken wird durch gebeugte Körperhaltung extrem belastet. Zudem werden die Augen auf einen engen Sehwinkel gezwungen. Durch die hohe Pixeldichte auf den meisten Notebooks, wird eine sehr kleine Schrifthöhe möglich, dass die Augen und die Konzentration noch mehr belastet.

Arbeitszeit

Länger als 10 Stunden arbeiten, kann die Gesundheit langfristig beeinflussen, Stichwort workerholic. Ich selbst wurde habe damit Erfahrungen machen müssen. Es zerstört einem selbst und das soziale Umfeld.

Kühlschrank

Der Kühlschrank ist symbolisch gemeint. Es sind die Herausforderungen zu Hause auf Genüsse, die am Arbeitsplatz sonst nicht verfügbar sind.

  • Das ständige Kaffee trinken
  • Unbeobachtete Schleckereien
  • Alkohol, sieht ja niemand
  • Joghurt ist, trotz gegenteiliger Werbung, nicht gesund

Wer die erste Zeit nicht an sich halten kann, versuche es mit:

  • Mineralwasser statt Kaffee
  • Trockene Brotscheibe lange kauen statt Kuchen und Gebäck
  • Kürbiskerne lange kauen, Spirulina, Chlorella statt Schokokram
  • Täglich eine Banane, eine Orange und mehrere Äpfel sind möglich
  • Bei Trockenobst nur wenige einzelne Früchte verzehren

Soziale Gestaltung

  • Fester Arbeitsbeginn, sehr wichtig
  • Bildschirmpausen nach etwa alle 45 Minuten, Dauer 10 bis 15 Minuten
  • Bei hoher Aktivität der Mitbewohner, Tür schließen und Ohrstöpsel
  • Bei uneinsichtigen Mitbewohnern das Gespräch suchen, außer bei Hund und Katze, dafür ist die Bildschirmpause da
  • Bei ständigen Störungen diese beheben, wie das Brummen des Kühlschrank

Monitore sind für Augen anstrengender, als der Fernseher durch die hohe Pixeldichte und der Nähe zum Bildschirm. Deshalb die Bildschirmpausen. Die Bildschirmpausen können so gelegt werden, dass die Mahlzeiten, wichtige Dinge und Gassi gehen geplant werden können.

Hardware

  • Richtiger Desktop-PC oder Workstation
  • Monitor ab 24 Zoll, 61 cm, Diagonale
  • Maus und Tastatur mit Kabel
  • Zwei verschiedene Backupmedien

Ein Notebook hat nichts mit Homeoffice zu tun. Ja, ich weiß, es sieht schick aus, aber es ruiniert die Gesundheit!

Ein vollwertiger neuer Homeoffice -PC ist schon um die 300 Euro zu bekommen. Mehr als 500 Euro ist gut für die Industrie oder man arbeitet ernsthaft professionell, beispielsweise mit Fotos, Videos und Audio-Dateien.

Der Homeoffice-PC sollte folgendes besitzen.

  • 2 bis 4-Kern CPU, also zentraler Prozessor
  • 8 bis 16 GB RAM, also Arbeitsspeicher
  • 256 bis 512 GB SSD, also Festplatte
  • HDMI-Anschluß oder / und VGA-Anschluß für Monitor

Ein neuer 24 Zoll Monitor ist für etwa 100 Euro zu bekommen mit HDMI und / oder VGA-Anschluß. Wenn man 2 Monitore gewohnt ist, dann lieber einen 32 Zoll oder größeren Monitor mit 4K-Auflösung, also bis 3840 x 2160 Pixel, ab 440 Euro.

Die Tastatur sollte unbedingt eine Standardgröße und eine Standardbelegung haben, damit man effizient und ohne Gelenkschmerzen arbeiten kann.

Die neuen vertikalen Mäuse sind sehr angenehm und effizienter zu nutzen.

Backupmedien

Vorsicht, Backup ist kein Auslagern von Daten die zu viel auf der PC-Festplatte sind. Backup ist das Sichern der wichtigsten Daten und der alltäglichen Arbeit. Für das Archivieren von Dateien entweder eine extra externe Festplatte oder eine 4 TB SSD. Denn ab einer 4 TB SSD können Archiv und Backup koexistieren.

Eine NAS kann sehr stark nach oben skaliert werden, dann ist dort ausreichend Platz für das Auslagern von der Festplatte.

Ein Sicherung auf optische Datenträger ist die beste. Aber sie ist kostenintensiv und zeitaufwendig. Außerdem sind die Medien relativ klein in der Speicherkapazität.

Von einer Bandsicherung für das Homeoffice rate ich ab.

Software

Betriebssystem

  • Soweit als möglich, ausschließlich Open Source Software nutzen
  • Als Betriebssystem für sicheres Arbeiten, Ubuntu-Derivate oder Windows 10 Build 1909 mit NUR Open Source Software als Anwendungssoftware
  • Für versierte Linuxer ein Arch Linux, sicher und rasend schnell

Ubuntu ist schnell auch für Anfänger zu installieren. Es ist schön bunt und stellt alles notwendige für sicheres und effizientes Arbeiten zur Verfügung. Hilfen gibt es von allen Debian-Derivaten wie Debian selbst, Linux Mint und viele anderen.

Anwendungssoftware

Hier eine Auswahl meiner Empfehlungen, alles Open Source Software. Nur Open Source Software ist wirklich sicher, professionell, Plattform übergreifend sowie überall ohne Kosten verfügbar.

  • LireOffice ab Version 6 als Officesuite
  • Bleachbit als Systembereiniger, Vorsicht nur empfohlene Einstellungen nutzen
  • Firefox und Chromium als Browser und PDF-Betrachter
  • Thunderbird als E-Mail-Client
  • gThump oder nomacs als Bildbetrachter und kleine Bildbearbeitung
  • GIMP als Photoshop-Ersatz
  • Inkscape als Vektoren-Zeichenprogramm
  • Filezilla als FTP-Programm
  • VLC-Player als Medienplayer
  • KeePass(X) als Passwortmanager
  • CherryTree als persönliches Wiki für Ideen und Problemlösungen
  • FreeFilesync oder rsync als Backupprogramm
  • Signal Messenger für Chat, Telefonie, Video-Telefonie und weiteres
  • Fakturama als Warenwirtschaftssystem
  • Python als Scriptsprache für automatisiertes Arbeiten

Die genannten Programme gibt es für Linux und Windows. Die Dateiformate sind freie und kompatible Austauschformate auch für proprietäre Programme.

Folgende bekannte Programme laufen nicht unter Linux. Hier eine Auswahl mit jeweils drei Alternative.

  • WinMail / LiveMail / Outlook -> Thunderbird, Evolution, KMail
  • Internet Explorer / Edge -> Firefox, Chromium, Tor Browser
  • Photoshop -> Gimp, Paint.NET, Krita
  • Datev -> GNUCash, Yabs, kivitendo
  • Microsoft Office -> LibreOffice, OpenOffice, GNU-Office

Zudem gibt es noch kostenpflichtige Alternativen für Linux.

Backupkonzepte

Ein Backup ist kein Backup. Meine Empfehlungen sind folgende.

  • Backup auf zwei verschieden externe SSD´s, beziehungsweise USB-Stick mit USB-Protokoll 3.x, je nach Datenmenge
  • Alternativ auch NAS und externe Festplatte oder USB-Stick mit USB-Protokoll 3.x
  • Automatisch tägliches Sichern, wenn eine NAS vorhanden ist
  • Mindesten wöchentliches Sichern auf externe Festplatte / USB-Stick
  • Tägliches und wöchentliches Sichern im inkrementellen Verfahren
  • Monatliches oder vierteljährliches Sichern im Vollbackup

Bei manchen Programmen gibt es auch ein „Spiegeln mit Aktualisieren“. Das entspricht etwa dem inkrementelle Sichern.

Teamwork

Das ist über einen Firmenserver, eine Firmen-NAS oder der eigenen NAS möglich. Freigegebene Verzeichnisse, Datensicherungen, Online-Anwendungen bis hin zu Online Officesuiten ist alles über eine NAS einstellbar.

Lösungen sind FreeNAS, OpenMediaVault oder Synology wenn es sein muss. Virtuelle Maschinen, Fernzugriff / Remote und vieles mehr steht zur Verfügung.