Win­dows 8 oder Li­nux hat Fens­ter und kei­ne U‑Bahn!

Im Ok­to­ber wer­den die ers­ten Com­pu­ter mit “Win­dows 8” und sei­ner neu­en re­vo­lu­tio­nä­ren Ober­flä­che oder Start­bild­schirm “Me­tro” aus­ge­lie­fert. Die Soft­ware-In­ge­nieu­re ha­ben sich be­stimmt Mühe ge­ge­ben, viel Gu­tes ge­wollt und mög­li­cher­wei­se auch er­reicht, aber nicht für alle “Win­dows 8”-Versionen.

Min­dest­an­for­de­run­gen von Win­dows 8
• Pro­zes­sor [CPU]: 1‑GHz-Pro­zes­sor mit Un­ter­stüt­zung für PAE, NX und SSE2
• Ar­beits­spei­cher [RAM]: 2 GB
• Fest­plat­te [HDD]: 20 GB
• Bild­schirm­auf­lö­sung [Re­so­lu­ti­on]: 1366 x 768
• Gra­fik­ma­schi­ne [Gra­phic En­gi­ne]: Di­rec­tX 9‑Grafikprozessor mit WDDM-Treiber
• be­rüh­rungs­emp­find­li­chen Mo­ni­to­ren [Touch­screen]: für die Ein­ga­be mit Fin­gern, ohne Maus und ohne Tastaur
• Internetanschluß

Emp­foh­le­ne Sys­tem­wer­te für Win­dows 8
• Wenn schon Win­dows 8, dann schon rich­tig, des­halb die­se emp­foh­le­nen Systemwerte.
• Pro­zes­sor [CPU]: 2 — 6 Ker­ne [Core] Prozessor
• Ar­beits­spei­cher [RAM]: 4 GB — 8GB
• Fest­plat­te [HDD]: mo­der­ne “So­lid-Sta­te-Dri­ve” [SSD]
• Bild­schirm­auf­lö­sung [Re­so­lu­ti­on]: 1920 x 1080 [HDMI bzw. Full-HD]
• Internetanschluß

Die auf­fäl­ligs­ten Än­de­run­gen von Win­dows 8
zu vor­he­ri­gen Windows-Versionen:
• Der seit “Win­dows 1.0” im Jah­re 1987 be­kann­te “Desk­top” wird abgeschafft,
• die seit “Windows95” aus dem Jah­re 1995 nütz­li­che Tas­kleis­te ist eben­falls ver­schwun­den und
• die Be­die­nung kann mit Be­rüh­rung auf be­rüh­rungs­emp­find­li­chen Mo­ni­to­ren ge­nützt werden.
Also al­les was bis­her die Pro­duk­ti­vi­tät von Win­dows aus­mach­te, ist mit “Win­dows 8” Ge­schich­te! War­um, bleibt ein Ge­heim­nis von Mi­cro­soft. Mög­li­cher­wei­se sucht man ei­nen neu­en Kundenkreis.

Mit Win­dows 8 kommt ver­mut­lich der nächs­te Flop nach Vista:
• die Ober­flä­che nach ei­ner Un­ter­grund­bahn zu nen­nen, das ist sehr ungeschickt
• eine kom­plett ver­än­der­te Ober­flä­che und kein Desk­top, kei­ne Taskleiste
• Touch­screen, statt Maus und Tas­ta­tur, ist das Pri­mat bei der Eingabe
• ein wei­te­res Dateisystem“ReFS” für Da­ten-Par­ti­tio­nen, das aber nicht boo­ten kann
• ein Win­dows für Alle und Al­les, von PC bis Smart­pho­ne, also da­mit Vi­ren­schrei­bern in die Hän­de gespielt
• Se­cu­re Boot und an­de­re neue Si­cher­heits­kon­zep­te, die in den Wahn­sinn treiben
• die Un­ter­stüt­zung von an­de­ren Pro­gram­men, jetzt “Apps”, wird vorausgesetzt
• die Un­ter­stüt­zung der Hard­ware (UEFI) wird vorausgesetzt
• die Un­ter­stüt­zun­gen der te­le­fo­ni­schen Hot­lines wird vorausgesetzt

Zu “Uni­fied Ex­ten­si­ble Firm­ware In­ter­face”, ab­ge­kützt UEFI, ist eine Nach­fol­ge des BIOS, un­ter an­de­rem mit ei­nem be­son­de­ren Si­cher­heits­merk­mal, das Schad­soft­ware aus­schlies­sen soll wäh­rend des Boot-Vor­gan­ges. Doch letzt­end­lich ist nicht al­lein durch die wei­ter er­höh­te Kom­ple­xi­tät (An­greif­bar­keit) die Kri­tik an die­sem Kon­zept sehr stark, son­dern es gibt we­sent­lich ein­fa­che­re und da­mit si­che­re Boot-Kon­zep­te, die aber Mi­cro­soft be­wusst nicht un­ter­stützt, da die­se Kon­zep­te kos­ten­los und mit frei­er Open-Source-Li­zenz aus­ge­stat­tet sind.

Nach den ers­ten Tests der Vor­ver­sio­nen häuft sich die Kri­tik für das Su­per-Be­triebs­sys­tem, in der Fach­pres­se von Fach­au­toren und in den Kom­men­ta­ren von Win­dows-Be­nut­zern. Vom Käu­fer wird viel Ver­trau­ens­vor­schuss er­war­tet, für ein noch nicht pra­xis­er­prob­tes Kon­zept “Me­tro” und da­für wird er mit ei­nem UEFI-ge­fes­sel­ten Com­pu­ter belohnt.


Das könn­ten die Al­ter­na­ti­ven sein:
Win­dows 7, 119 — 319 Euro
aus­ge­reif­tes Betriebssystem

Ubun­tu, kos­ten­los
zur Zeit po­pu­lärs­te Li­nux Distribution

Zorin OS, kos­ten­los
Li­nux, das wie Win­dows aussieht

Lub­un­tu, kos­ten­los
Li­nux für äl­te­re PC: CPU 350 MHz, RAM 128 MB

An­droid, kos­ten­los
Li­nux für Smart­pho­ne und Tablet

Bei den al­ler meis­ten Li­nux-Dis­tri­bu­tio­nen sind fol­gen­de kos­ten­lo­se Pro­gram­me schon installiert :
• Of­fice, meist LibreOffice
• Brow­ser, meist Firefox
• E‑­Mail-Pro­gramm, meist Thunderbird
• ver­schie­den Grafikprogramme

Wei­te­re Pro­gram­me kön­nen un­ter Li­nux ohne Auf­wand und dazu kos­ten­los aus ei­nem wirk­lich rie­si­gen An­ge­bot in­stal­liert werden.
Be­son­de­re Spe­zi­al-Pro­gram­me für In­ge­nieur­we­sen, Soft­ware-Ent­wick­lung, Na­tur­wis­sen­schaf­ten und Lehr­pro­gram­me ma­chen Li­nux wirk­lich in­ter­es­sant. Un­ter Win­dows sind die­se Pro­gram­me ent­we­der nicht ver­füg­bar oder mit im­mensen Kos­ten ver­bun­den oder noch schlim­mer, mit der nächs­ten Win­dows-Ge­nera­ti­on mög­li­cher­wei­se wertlos.