Linux – Viren

Dieses Thema ist gern das Totschlag-Argument der freiwillig Unwissenden, „Linux hat doch auch Viren“. Ja, Sie könnten einen Linux-Virus bekommen. Und ja, es gibt auch so etwas, wie dreimal einen Sechser im Lotto für eine Person in drei Wochen hintereinander und in der 4. Woche trifft ein sehr großer Meteorit die Erde.

Update des Artikels am 13. November 2018 mit verschiedenen Korrekturen und im allgemeinen Satzbau.

Inhaltsverzeichnis

Realität

Frage: Stimmt es, dass es für Linux keine Viren gibt?
Antwort: Doch, gibt es, es sind weniger als 40 bekannt. „Während für Windows-Systeme über hunderttausende Viren bekannt sind“, so die Wikipedia.

Frage: Also ist Linux doch unsicher?
Antwort: Wegen den Viren, nein, aber wegen falscher Bedienung in Linux ja.

Frage: Wie nun?
Antwort: Also die Malware, das sind Viren, Würmer und Trojaner sind mehr zoologischer Art. Das heißt in freier Wildbahn, im Internet, sind diese nicht zu finden.

Die Bedrohung liegt woanders und damit zu dem konzeptionellen Aufbau von Linux.

sudo

In Linux ist es üblich, das jeder Benutzer ein eigenes, nicht-administratives Konto mit einem eigenen, verschließbarem home-Verzeichnis besitzt.
root ist der Administrator, mit dem meisten Rechten und einem eigenem home-Verzeichnis.
Eine administrative Arbeitsweise ist für den Benutzer ausgeschlossen.
Aber um dennoch administrative Rechte zu erhalten, zum Beispiel um Software zu installieren, wird sudo mit dem Benutzer-Passwort genutzt. sudo, SuperUserDo, ist aber kein root! Bitte su nicht nutzen.
Es gibt Linux-Distributionen die root kein Passwort geben und damit auch keinen root-Zugang zum Betriebssystem. Fertig aus.

Also, der Benutzer kann nicht ohne weiteres administrative Aufgaben übernehmen. Bei bewusster Passworteingabe mit sudo, übernimmt er die volle Verantwortung für das laufende Betriebssystem!

Repositorien

Weiterhin kann der Benutzer mit sudo jede beliebige Software aus den bereitgestellten Repositorien installieren. Repositorien sind verwaltete Softwarequellen des Distributors mit meist mehr als 30.000 Programmen. Das heißt, jede Software kommt aus einer vertrauenswürdigen Quelle, im Gegensatz zum installieren von Software von irgendeiner Webseite.

Also, Software kann über eine Schnittstelle vom eigenem Distributor installiert werden. Ach so, natürlich auch kostenlos.

Open-Source-Software

Und jetzt der Hauptgrund der Sicherheit von Linux. Offener Quellcode kann jederzeit und von jedem Menschen gelesen werden und verbessert werden. Bei proprietären Code können immer wieder Schwachstellen gefunden werden, da nur eine sehr geringe Anzahl von Entwicklern eine Übersicht besitzen. Bei offenen Quellcode wird jederzeit, von jedem Ort aus, mit einer riesigen enthusiastischen Entwicklergemeinde optimiert. Das heißt, Sie dürfen sich lieber täglich auf Updates freuen, als auf Software-Schädlinge die ein Antiviren-Programm nicht erkennt. Das Schließen von Sicherheitslücken ist unter Linux schneller, als das ein Virus eine Chance bekäme.

Also, wenn erforderlich, tägliche Updates, als im Gegensatz zu Microsoft das Hinauszögern bis zu „Patch-Day“ und um es dann noch schlimmer zu machen.

Hinweis

Alles was hier über Sicherheit geschrieben steht, kann auch bewusst umgangen werden, aber eben nur mit Wissen und Verantwortung!

Quellen