Cent­OS — Unter­stüt­zung bis 2024

Cent­OS ist ein kos­ten­lo­ses Enter­pri­se-Betriebs­sys­tem das in sei­ner 7. Major-Ver­si­on 10 Jah­re gepflegt wird, sprich mit Sicher­heits­up­dates ver­sorgt wird. Eben ist die Ver­si­on 7.2 erschie­nen.

Wie ist ein so lan­ger Sup­port mög­lich?
Das ist der Vor­teil, wenn mit Open-Source-Soft­ware Geld ver­dient wird!


Red Hat
Aber von Beginn an. Die us-ame­ri­ka­ni­sche Fir­ma “Red Hat” [roter Hut] hat­te unter den dama­li­gen Eigen­tü­mern Bob Young und Marc Ewing, lan­ge Zeit eine der belieb­tes­ten Dis­tri­bu­tio­nen [Soft­ware­zu­sam­men­stel­lung, hier um den Linu­x/G­NU-Ker­nel her­um], das “Red Hat Linux” ver­trie­ben. Aber eine US-Fir­ma besteht nur im impe­ria­lis­ti­schen Hei­mat­land, wenn Sie Gewinn abwirft. Um das zu rea­li­sie­ren, wur­de ein Kon­zept ent­wi­ckelt, das mit Hil­fe frei­wil­li­ger Ent­wick­ler und Unter­stüt­zer eine soli­de Basis bil­det. Und so ent­stand die Dis­tri­bu­ti­on “Fedo­ra” [Filz­hut].


Fedo­ra
“Fedo­ra” ist ein sich schnell ent­wi­ckeln­des Pro­jekt was von einer enthu­si­as­ti­schen Gemein­de mit vie­len neu­en Ide­en und der neu­es­ten Soft­ware ver­sorgt wird, die in einem 6montaigen Zyklus mit einer neu­en Ver­si­on erscheint. Die Fir­ma “Red Hat” unter­stützt das Pro­jekt rela­tiv groß­zü­gig mit von ihnen bezahl­ten Ent­wick­lern. Zudem ist die­se Fir­ma in vie­len Linux- und Open-Source-Soft­ware-Ver­ei­ni­gun­gen ein akti­ves Mit­glied um für die Linux-Zukunft die Wei­chen zu stel­len.


Geld
Nun zum Geld ver­die­nen. Alles was sich in “Fedo­ra” bewährt hat fließt in die Dis­tri­bu­ti­on “Red Hat Enter­pri­se Linux”, abge­kürzt als RHEL, und wird dem Unter­neh­mens­markt ange­bo­ten. Und die­se Ange­bot ist exzel­lent und hat sei­nen sehr hohen Preis, mit dem 2013 ein Umsatz von 1,33 Mil­li­ar­den US-Dol­lar erwirt­schaf­tet wur­den.
Übri­gens, Oracel, auch eine US-Fir­ma im Bereich Linux und Open-Source-Soft­ware, erwirt­schaf­te­te 2013 einen Umsatz von mehr als 37 Mil­li­ar­den US-Dol­lar.
Hier die Vor­tei­le von RHEL.

  • Die Dis­tri­bu­ti­on “Fedo­ra” ist ein gedul­di­ges Ver­suchs­feld für Kom­pa­ti­bi­li­tät und Stress getes­te­ter Soft­ware.
  • Ver­schie­de­ne Nach­bau­ten von RHEL, wie eben “Cent­OS”, “Sci­en­ti­fic Linux”, “Ora­cle Linux” und eini­ge mehr, erge­ben auch ein Test­feld.
  • SELi­nux, eine Sicher­heits­er­wei­te­rung des Linux­ker­nels.
  • Open Source Assuran­ce, eine Haft­pflicht­ver­si­che­rung gegen Kla­gen auf geis­ti­ges Eigen­tum.
  • LSB-Zer­ti­fi­zie­rung, eine Kom­pa­ti­bi­li­tät zu der all­ge­mei­nen Linu­x­ent­wick­lung und ande­rern Dis­tri­bu­tio­nen wird sicher­ge­stellt.

Um mit aller Deut­lich­keit auf­grund die­ser Qua­li­tät die Abhän­gig­keit zu RHEL dar­zu­stel­len; alle US-Behör­den mit einem sehr gro­ßen Sicher­heits­as­pekt nut­zen RHEL.


Cent­OS
In der Linux­welt ist es üblich, als unzu­frie­de­ner Ent­wick­ler sein Linux/GNU nach eige­nen Bedürf­nis­sen zusam­men zu stel­len. Trotz­dem RHEL vie­len Ent­wick­lern gut genug ist, haben ande­re aber das Pro­blem mit dem hohem Preis, der zwar immer noch wesent­lich mode­ra­ter aus­fällt im Ver­gleich zu Win­dows, aber eben nicht kos­ten­los ist.
Cent­OS ist ein kos­ten­lo­ser Nach­bau von RHEL mit der­sel­ben Soft­ware­aus­stat­tung und einem hohem Qua­li­täts­an­spruch. Also genau das Rich­ti­ge für erz­kon­ser­va­ti­ve Linux­be­nut­zer oder zum Bei­spiel Hard­ware-Ent­wick­ler. Die Desk­top­um­ge­bung ist frei wähl­bar, wie unter ande­rem Gno­me, KDE und Xfce.


Trotz­dem kann ich Cent­OS nur bedingt emp­feh­len.
1. Es bleibt eine fast 100% us-ame­ri­ka­nisch Soft­ware.
2. Popu­lä­re Soft­ware kön­nen im Sup­port­zeit­raum meist nicht auf Major-Release ange­ho­ben wer­den.
3. Es wird das Red­Hat-Paket­ma­nage­ment genutzt und nicht wie in Euro­pa die haupt­säch­lich bevor­zug­te Debi­an-Pake­tie­rung wie in Debi­an, Ubun­tu und Mint.


Ran­king
Heu­te auf http://distrowatch.org, eine bekann­te Ran­king-Platt­form für Unix-arti­ge Sys­te­me, sind im 6monatigem Ran­king fol­gen­de Plat­zie­run­gen zu sehen:
1. Mint
2. Debi­an
3. Ubun­tu
4. open­SU­SE
5. Fedo­ra

8. Cent­OS
Nicht schlecht, wenn es im Kon­text zu meh­re­ren hun­dert Dis­tri­bu­tio­nen gese­hen wird und in Kon­kur­renz zu ande­ren hun­dert Unix-Deri­va­ten wie BSD und MacOS, sowie zum Ori­gi­nal auf Platz 41.
41. Red Hat


Quel­len
https://de.wikipedia.org/wiki/CentOS
https://de.wikipedia.org/wiki/Fedora_%28Linux-Distribution%29
http://distrowatch.com/table.php?distribution=fedora
http://distrowatch.com/dwres.php?resource=major
https://de.wikipedia.org/wiki/Red_Hat_Enterprise_Linux
https://de.wikipedia.org/wiki/Red_Hat
https://de.wikipedia.org/wiki/SELinux
https://de.wikipedia.org/wiki/Oracle
http://www.heise.de/open/meldung/CentOS-veroeffentlicht-kostenlosen-Klon-der-Linux-Distribution-RHEL-7–2-3043623.html oder http://heise.de/-3043623
http://www.computerwoche.de/a/us-luftfahrtbehoerde-faa-wechselt-auf-linux,575547
http://distrowatch.com/