Debian Net-Installation

Beispiel mit Ressourcenschonung und Benutzerfreundlichkeit


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung
2. Installationsvoraussetzungen fĂĽr Debian mit XFCE4
3. Download
4. Hash-PrĂĽfung
5. Datenträger erstellen
6. Bootmedium starten
7. Installation
8. Konfiguration der Benutzerfreundlichkeit
9. Feintuning
10. Anhang ProgrammĂĽbersicht
11. Nachwort


1. Einleitung

Diese Anleitung ist nur für Benutzer geeignet, die schon längere Zeit mit Linux arbeiten.
Die Installation von „Debian GNU/Linux Testing“ wird mit einem minimalen „netinst“-Abbild, also CD-ROM-Image als iso-Datei, vorgenommen. Das hat den Vorteil, das nur die Software-Pakete geladen werden, die man selber auch wirklich will und nicht der gesamte Funktionsumfang der vorausgewählten Software, die unter Umständen nie benötigt wird, aber allein durch ihr Vorhandensein ein Risiko darstellen.
Als Desktop wähle ich die schlanke und doch vollwertige Desktop-Umgebung „XFCE“. Nach Abschluss der Installation haben Sie ein extrem schnelles und sicheres Debian als Betriebssystem.

Denn merke, die Software die nicht installiert wird, hat auch keine SicherheitslĂĽcke!


2. Installationsvoraussetzungen fĂĽr Debian mit XFCE4

Hardware

  • Bootmedium
  • 1 GB RAM, also Arbeitsspeicher; mehr ist besser
  • 10 GB Festplatte; mehr ist besser
  • ĂĽber 1 GHz CPU; mehr ist besser
  • angeschlossenes Internet mit Kabel während der Installation

Software

Das Internet ist notwendig, da hier mit einem sogenannten „netinst“-Abbild installiert wird, welches nur eine minimale Grundinstallation beinhaltet und alles andere über das Internet während des Installationsprozesses nach laden muss und damit die jeweils aktuellste Version eines jeden Paketes.
Das „netinst“-Abbild ist nur 150 bis 350 MB groß, je nach Plattform, also Prozessor-Architektur.

Benutzer

Sie sollten wissen wie eine Partition angelegt wird, was ein Mountpoint ist und wie Befehle eingegeben werden. Beispielsweise ist die Wurzel unter Linux kein forstwirtschaftlicher Fachbegriff.


3. Download

Das Abbild
„Current daily snapshots
netinst (generally 150-280 MB) CD images“

liegt hier: https://www.debian.org/devel/debian-installer/

In meinem Fall ist das die „amd64“-Version:

debian-testing-amd64-netinst.iso               2018-05-16 06:11  331M.

Die dazugehörige Hash-Prüfsummen stehen als MD5, SHA1, SHA256 und SHA512 zur Verfügung.


4. Hash-PrĂĽfung

Die heruntergeladene iso-Datei schnell prĂĽfen im Terminal mit

md5sum debian-testing-amd64-netinst.iso

Oder mit dem grafischem Werkzeug „GtkHash“.


5. Datenträger erstellen

Hier gibt es so viele Möglichkeiten, das ich nur die schnellste erwähne mit dem Befehl „dd“ mit dem folgendem Beispiel, was auf User, Datei und Laufwerk angepasst werden muss:

sudo dd if=/home/user/Downloads/linux.iso of=/dev/sdb; sync

Ansonsten kann auf unterschiedliche Medien ein bootfähiges Abbild gelegt werden, wie CD-ROM, DVD, USB-Stick, externe Festplatte und Netzwerk. Wahrscheinlich liegt der USB-Stick bei den meisten so und so schon da.


6. Bootmedium starten

Bei der meisten PC-Hardware führt die „F8“-Taste zum Bootmenü der Boot-Medien, ansonsten die Bootreihenfolge im BIOS ändern.


7. Installation

Grundlegende Installation

Folgende Einstellungen habe ich vorgenommen.

  1. Graphical install
  2. Select a language → German – Deutsch
  3. Auswählen des Standortes → Deutschland
  4. Tastatur konfigurieren → Deutsch
  5. Rechnername → test-n
  6. Domain-Name → leer
  7. Root-Passwort → Zahlen und Buchstaben
  8. Vollständiger Benutzername → test
  9. Benutzername für Ihr Konto → test
  10. Passwort für neuen Benutzer → Zahlen und Buchstaben
  11. Partitionierungsmethode → „Geführt – vollständige Festplatte“
  12. Auswahl der Festplatte → sda
  13. Partitionierungsschema → „Alle Dateien auf eine Partition, … „
  14. „Partitionierung beenden und Änderungen übernehmen.“
  15. Änderungen auf die Festplatte schreiben? → Ja
  16. >>> Die Installation des Grundsystems läuft.
  17. Eine andere CD oder DVD einlesen? → Nein
  18. Paketmanager konfigurieren → Deutschland
  19. Debian-Archiv-Spiegelserver → ftp.de.debian.org
  20. HTTP-Proxy-Daten → leer
  21. >>> Weitere Installationsroutine
  22. An der Paketerfassung teilnehmen? → Ja
  23. Softwareauswahl (tasksel) → nur Druckserver
  24. Grub-Bootlader in den MBR installieren? → Ja
  25. Grub-Bootlader installieren auf Festplatte → sda
  26. >>> Abschluss der Grundinstallation

Nach dem Neustart loggen Sie sich mit Ihrem Benutzernamen und Ihrem Passwort ein. Jetzt ist Debian funktionsfähig installiert und zur Nutzung bereit, doch ohne grafische Oberfläche.

Erweiterte Installation

Jetzt wäre eine Nutzung von Debian schon möglich, aber das „Erlebnis“ eines grafischen Desktop wollen wohl 99,9% der Benutzer nicht missen. Daher jetzt die Installation der Desktop-Umgebung und, meiner bescheidenen Meinung nach, noch wichtige Programme und Werkzeuge.

su
Passwort:
apt install xfce4 xfce4-goodies sudo synaptic firefox-esr-l10n-de thunderbird-l10n-de libreoffice gnome-disk-utility screenfetch

Wer weiß, welche Programme das sind, kann noch „bleachbit“, „conky“, „grsync“ und „gtkorphan“ installieren. Aber Vorsicht bei „bleachbit“ und „gtkorphan“, lassen Sie sich bitte vor der Benutzung einweisen, denn zwar sparen dies Programme sehr viel Speicherplatz ein, aber die Einstellungen sollten bewusst vorgenommen werden.

Abschließend alles nochmal aktualisieren und aufräumen

su
Password:
apt list --upgradable && apt update && apt upgrade && dpkg --configure -a && apt install -f && apt clean && apt autoremove && apt autoremove --purge

8. Konfiguration der Benutzerfreundlichkeit

Benutzer mit sudo-Rechten ausstatten

In der Konsole oder im Terminal folgenden Befehl absetzen um in Zukunft mit erweiterten Rechten fĂĽr den Benutzer zu arbeiten.

su
Passwort:
gpasswd -a test sudo

Paketquellen erweitern

Als erstes sollten die Paketquellen aus dem harschen Debian-Gefängnis befreit werden. Das ist ein wenig widersinnig, da nach der Installation nur freie Pakete zur Verfügung stehen, doch die notwendigen Treiber wie für Grafikkarte oder Wlan-Module in den unfreien Paketquellen liegen.
Also muss mit sudo-Rechten die folgende Datei editiert und zum Schluss gespeichert werden.

sudo mousepad /etc/apt/sources.list

Alle Inhalte löschen oder auskommentieren und folgende Repositorien-Einträge setzen.

deb http://deb.debian.org/debian/ testing main contrib non-free
deb http://deb.debian.org/debian/ testing-updates main contrib non-free

Autologin aktivieren

Wenn fremde Personen keinen physischen Zugang zu Ihrem Computer haben, kann bequem das automatische Anmelden des Benutzer aktiviert werden.
Die lightdm-Konfigurationsdatei editieren und danach speichern.

sudo mousepad /etc/lightdm/lightdm.conf

Folgende Einträge finden:

# autologin-user=	
# autologin-user-timeout=0

Die Einträge ändern in:

autologin-user=test
autologin-user-timeout=0

Grafiktreiber fĂĽr AMD installieren

Leider musste ich noch einen Treiber nachladen.

sudo apt install firmware-amd-graphics

9. Feintuning

Arbeitsflächen auf eine reduzieren
Einstellungen → Arbeitsflächen → Anzahl der Arbeitsflächen → „1“

Windowsmanager-Thema
Einstellungen → Fensterverwaltung → Stil → „Daloa“ zeigt das vordere Fenster mit anders farbiger Titelleiste und die schlanken Titel-Leisten.

Inhalt von Fenstern verstecken
Einstellungen → Fensterverwaltung → Erweitert → Inhalt von Fenstern verstecken → aktivieren „Beim Bewegen“ und „Bei der Größenänderung“

Schreibtisch Wallpaper deaktivieren
Einstellungen → Schreibtisch → Stil → „Kein Bild“


10. Anhang ProgrammĂĽbersicht

Der gezeigte Screenfetch beinhaltet unter anderem folgende Programme zur Standard-Installation des net-install-Medium, wobei in der der tasksel nur der Drucker-Server ausgewählt war.

Programm Beschreibung
Bleachbit Bereinigungsprogramm
Conky Systemmonitor
Debian GNU/Linux Linux-Distribution
Firefox Webbrowser
gnome-disk-utility Speichermedien-Manager
Grsync Backup- , Restore- und Synchronisationsprogramm
Gtkorphan Finden und löschen von verwaisten Paketen
LibreOffice Office-Suite
Light-DM Login- und Display-Manager
Mousepad Xfce4-Editor
Screenfetch CLI-Programm fĂĽr kompakte SystemĂĽbersicht
Synaptic Software-Paket-Manager
tasksel Task-Selection, hier als eine Auswahl von Paketzusammenstellungen
Thunderbird E-Mail-Client
Xfce4 Desktopumgebung
Xfce4-Goodies Erweiterungen zum Xfce4-Desktop

11. Nachwort

Natürlich kann das von mir vorgestellte System nochmals beschleunigt und verschlankt werden, beispielsweise mit dem SLIM-Login- und Displaymanager oder in GRUB die 5 Sekunden Verzögerung ausschalten.
Doch wird sich das jeder dann selbst noch optimieren können, wenn er bis hierher Gefallen gefunden hat.

Rolling Release – meine Erfahrungen

Inhaltsverzeichnis

Ein immer aktuelles und sicheres Betriebssystem, ein Traum
“Debian”-Testing
“siduction”
„Manjaro“
Abschlussbetrachtung


Ein immer aktuelles und sicheres Betriebssystem, ein Traum

Ist er schon wahr geworden oder sind da HĂĽrden?
Jahrelang versuche ich ein Rolling Release produktiv zu nutzen, aber es gelingt mir nicht ohne erhebliche Aufwendungen. Also war es eine bisher erfolglose Suche nach dem idealem System.

Hier ein Erfahrungsbericht vom Januar 2018. Ich habe die drei mir bekanntesten Rolling Release vorgenommen, „Debian“-Testing, „siduction“ und „Manjaro“.

Ja ich weiĂź, „Debian“-Testing ist kein echtes Rolling Release und auĂźerdem gibt es noch „Gentoo Linux“ und „openSUSE“ und jede Menge kleinere Distros. „Gentoo-Linux“ nutzt ein Paketmanagement was ungleich von Arch, Debian und RedHat ist, daher fliegt es als zu seltsam aus meiner Auswahl. „openSUSE“ ist seit Ăśbernahme durch „Novell“ und seinem Gebaren sowie dem Pakt mit „Microsoft“ auch raus.


„Debian“-Testing

Debian steht im Ruf rückwärts kompatibel zu sein. Testing liegt in der Reihenfolge der Veröffentlichungen zwischen unstable, auch sid genannt, und stable, der erzkonservativen „Ist-fertig Ausgabe“.

Steckbrief
– relativ schnell mit neuen Kernels versorgt
– relativ schnell mit neuen Sicherheitsupdates versorgt
– relativ schnell mit neuen Programmversionen versorgt
– altbackene Desktop-Umgebungen
– strenge Regulierungen von Rechten und freier Software

Testfall
Nach der Installation und der Updates und Upgrades, wollte ich „Teamviewer 9“ installieren, also bewusst nicht die neueste Version. Da es ein 64Bit-Testing war, hatte ich die 64Bit-Teamviewer-Version installieren wollen, ging nicht. Also die 32Bit-Teamviewer-Version installieren, ging aber auch nicht. Ok, es fehlen Abhängigkeiten, nun habe ich diese nach installieren wollen, doch diese gibt es nicht in den offiziellen Repositorien. Trotz konservativer Teamviewer-Variante können Abhängigkeiten nicht schnell aufgelöst werden.


„siduction“

Der Name verrät es, die Grundlage ist das „Debian“-unstable. Der Distributor meint von sich selbst das „Gemeinschaftsbasierende Betriebssystem“ zu sein.

Steckbrief
– relativ schnell mit neuen Kernels versorgt
– relativ schnell mit neuen Programmversionen versorgt
– veränderte und teilweise irre Desktop-Umgebungen
– Forum-Vandalismus

Testfall
Bei Hilfeersuchen im Forum, sollte man sich unbedingt devot verhalten. Sollte man selbst eine Frage stellen, die für andere Kritik enthalten könnte, erwartet den Fragenden Bashing, Abweisungen und Antworten die nicht zum Thema gehören. Echte Hilfe, auf eigene Fragen, ist sehr schwer zu finden. Eine Zumutung für den Leitsatz „community based OS“, eher eine konservative Geschlossenheit mit Ausnahmen.


„Manjaro“

die Arch-basierende Linux-Ausgabe. Sie ist wunderschön und sehr verführerisch. Es ist die modernste und aktuellste Distribution, die ich kenne.

Steckbrief
– mit den neuesten Kernels versorgt
– schnell mit neuen Sicherheitsupdates versorgt
– mit den neuesten Programmversionen versorgt
– moderner XFCE-Desktop
– riesiges Arch-Wiki, mit fast allen Antworten

Testfall
Nach der Installation habe ich selbstverständlich die Paketlisten aktualisiert. Doch nun kommt der fail. Beim upgraden hing die neuste Version vom Firefox fest. Auch nach Neustart und nochmaligen updaten sowie upgraden wurde das Firefox-Paket nicht installiert. „Manjaro“ die aktuellste Distro versagt beim aktualisieren.


Abschlussbetrachtung

Was soll ich dazu noch schreiben, wenn die drei Distros in ihrem jeweiligem Hauptmerkmal patzen. Ja, ich könnte um Entschuldigung bitten, das es nicht jeweils das gleiche Testszenarium war, oder selbstverständlich hätte man die Abhängigkeiten und die Hindernisse durch Eigeninitiative abstellen können, doch es bleibt der Geschmack von „ist nicht fertig“. Rolling Release sollte niemals von Windows-Usern genutzt werden und auch nicht von Linux-Usern die noch nicht viel mit der Konsole gearbeitet hatten.

Debian mit Komfort

Testing, Xfce, sudo, Rolling Release, einfaches Update und mehr.


Inhaltsverzeichnis

1. Vorwort
2. Grundlagen
3. Installation
4. Konfiguration
5. Autologin
6. su und sudo
7. Wichtige Programme installieren
8. Rolling Release
9. Einfaches Update und Upgrade
10. Zusammenfassung
Updates diese Beitrages


1. Vorwort

Dieser Beitrag beschäftigt sich damit „Debian GNU/Linux“ komfortabel, ähnlich wie „Ubuntu“ oder „Linux Mint“, zu gestalten und trotzdem mit einer höheren Effizienz zu arbeiten. Debian wirkt etwas ungelenk, obwohl es vom Ansatz her, die moralische Instanz aller Linux-Distributionen ist. Mit diesem Beitrag möchte ich etwas Geschmeidigkeit und mehr Alltagstauglichkeit erzeugen.


2. Grundlagen

Zu Beginn empfehle ich die „Testing“-Variante von Debian zu installieren mit dem „Xfce“-Desktop. Hier eine gekürzte Übersicht der Debian-Veröffentlichungen.

2.1. Testing

heißt immer aktuelle Software und aktuellen Linux-Kernel in einer schon geprüften Umgebung. Denn bevor Debian etwas in die Veröffentlichungsvariante „Testing“ entlässt, hat es schon die zweimalige Beobachtung überstanden. Zuerst kommen neue Programmpakete in die Veröffentlichungsvariante „Experimental“ und wenn bestanden geht’s weiter in „Unstable“, nun erst kommen die erfolgreich getesteten Pakete in „Testing“ an.
Nur dringende und sehr wichtige sowie als sicher bekannte Pakete gelangen gleich nach „Testing“ oder gar bis „Stable“, was aber nur in Notfällen zu beobachten ist.

2.2. Xfce

Diese Desktopumgebung ist eine vollwertige freie Desktopumgebung für Linux, Unix und BSD, so wie „Gnome“ und „KDE“ auch. Der Vorteil von Xfce ist die Einfachheit und geringe Ressourcenbindung. Außerdem ist die von Windows bekannte Taskleiste und Desktop sehr ähnlich zu der Leiste1 und dem Desktop von Xfce, also umsteigerfreundlich. Zudem ist Xfce ist in „C“ geschrieben, was eine besondere Stabilität verspricht.
Für mich ist Xfce das Arbeitstier schlechthin, es ist einfach und schnell zu bedienen und hält einem während der Arbeit nicht mit Schnickschnack auf.


3. Installation

Wer SSD-Festplatten nutzt, kann während der Installation auf die Swap-Partition verzichten, denn diese hat nur bei mechanischen Festplatten Sinn. Die Installation selber, habe ich schon im Beitrag „Debian – die Installation“ beschrieben.

3.1. Der erste Start von Debian-Testing


Gleich nachdem man sich mit seinem selbst gewähltem Benutzernamen und seinem selbst gewählten Passwort angemeldet hat erscheint ein erstes Fenster mit der Aufforderung sich für eine Xfce-Leisten-Einstellung zu entscheiden. Es stehen zur Verfügung „Standardeinstellungen benutzen“ oder „Eine leere Leiste“. Der Einfachheit halber sollte die Wahl auf „Standardeinstellungen benutzen“ fallen. Jetzt ist der Desktop im Xfce-Original-Zustand.


4. Konfiguration

4.1. Ergonomie


Überprüfen der realen Auflösung des Bildschirms und der Systemeinstellung „Anzeige“. Denn nur eine übereinstimmende Auflösung ergibt ein wirklichkeitsnahes Bild mit richtig skalierter Schrift.


5. Autologin

Für einen Einzelarbeitsplatz unter Kontrolle kann auch das Autologin aktiviert werden. Also beim Start des Computers fährt dieser dann bis zum Desktop des jeweiligen Benutzers hoch.
Terminal

su
Passworteingabe fĂĽr root
mousepad

Im „Mousepad“ unter Menüpunkt “Datei“ die Datei „/etc/lightdm/lightdm.conf“ öffnen. Dort diese Textstelle suchen:

#autologin-user=
#autologin-user-timeout=0

und diese Textstelle ändern in:

autologin-user=Mein-Benutzername
autologin-user-timeout=0

speichern und „Mousepad“ sowie Terminal schließen.


6. su und sudo

Die unter Debian getroffene Entscheidung „su“ also den echten root-Benutzer zu nutzen um kleine administrative Aufgaben zu erledigen ist meiner Meinung nach zu kurz gesprungen. Denn erstens werden Betriebssysteme meist als Desktop und nicht als Server-Systeme betrieben und zweitens benötigt ein Desktop-Benutzer nicht die volle Kraft von root. Außerdem kann auch das System beim „ausprobieren“ zerstört werden und im schlimmsten Fall kann man sogar die Hardware beschädigen. Und so erfolgt die Umstellungen eines normalen, also eingeschränktem Debian-Benutzerkonto, zu einem Debian-Benutzerkonto mit sudo-Rechten.
Terminal

su
Passworteingabe fĂĽr root
apt install sudo
gpasswd -a Mein-Benutzername sudo

Ab jetzt kann mit einer Auswahl von Befehlen, ausreichenden zum Administrieren des Betriebssystems, vom normalen Benutzer ausgefĂĽhrt werden.


7. Wichtige Programme installieren

7.1. Vorinstallierte Programme

Die meisten der Alltagsprogramm sind schon installiert, wie

  • Dokumentenbetrachter, unter anderem als PDF-Viewer
  • Firefox
  • Gimp
  • LibreOffice
  • Mousepad, der Editor
  • Ristretto, der Bildbetrachter
  • Synaptic
  • VLC-Mediaplayer
  • Xfburn, das CD- und DVD-Brennprogramm
  • Xfce-Terminal
  • Xsane, das Scannerprogramm

AuĂźerdem sind noch vorinstalliert:

  • Bildschirmfoto, erstellt Screenshots
  • Taskmanager
  • Thunar, der Dateimanager

7.2. Installation von empfohlenen Programmen

Die Installationen erfolgen ab jetzt mit sudo-Rechten.

a) Thunderbird, der E-Mail-Client

„Thunderbird“ heißt unter Debian „Icedove“ und ist außer Name und Logo zu 100% identisch. Siehe dazu das Update.
Terminal

sudo apt install icedove
Passworteingabe fĂĽr Mein-Benutzername

Die deutsche Anwendungssprache kann installiert werden mit:

sudo apt install icedove-l10n-de
Passworteingabe fĂĽr Mein-Benutzername

FĂĽr Firefox ESR, ESR steht fĂĽr LangzeitunterstĂĽtzung, die deutsche Anwendungssprache installieren geht ebenso:

sudo apt install firefox-esr-l10n-de
Passworteingabe fĂĽr Mein-Benutzername

Oder man nutzt „Synaptic“ fĂĽr die Installation, sofern das Terminal abschreckt, dann siehe nächsten Punkt 7.3. a) Synaptic.

7.3. Installation von Systemprogrammen

a) Synaptic

Für viele Linuxbenutzern ist „Synaptic“ die beste grafische Oberfläche für Installationen und Programmsuche.
Terminal

sudo apt install synaptic
Passworteingabe fĂĽr Mein-Benutzername

b) Bleachbit

Zudem empfehle ich „Bleachbit“, die Reinigungsfachkraft, damit reinigt man das Betriebssystem und im Autostart kann es nach jedem Start ein frisches System ohne Altlasten bieten.
Terminal

sudo apt install bleachbit
Passworteingabe fĂĽr Mein-Benutzername

Einstellungen von Bleachbit
Beim ersten Start von Bleachbit erscheint der Einstellungsdialog. Hier meine empfohlenen Einstellungen. Bleachbit
Daten die von Bleachbit nicht gelöscht werden sollten
1. Arbeitsspeicher, noch nicht ausgereift
2. Freier Speicherplatz, dauert zu lange und ist unnötig und
3. Lokalisierungen, alle Sprachen außer English werden gelöscht.

c) Grsync

ist ein grafisches Frontend zu „rsync“ und ist ein Werkzeug für fein einzustellende Backup-Arbeiten.
Terminal

sudo apt install grsync
Passworteingabe fĂĽr Mein-Benutzername

Ausnahmen werden im Anwendungsfenster unter „Erweiterte Optionen“ eingetragen. Hier ein Beispiel:

--exclude=/.config/catfish/

8. Rolling Release

Das wirklich spannende bei Debian-Testing ist, das man es als „Rolling Release“ einstellen kann, also ein immer während aktuelles System auf die gesamte Lebenszeit des Computers oder auch des Benutzers.

8.1. Paketquellen

Mit Hilfe von „Synaptic“ kann man die Packetquellen so einrichten, das immer die Pakete von „testing“ bezogen werden.
Vorgehensweise: „Synaptic“ öffnen → Menü „Einstellungen“ → Submenü „Paketquellen“
Nur die beiden dargestellten Paketquellen werden benötigt.
Paketquellen1 Paketquellen2

8.2. Weitere Einstellungen

„Synaptic“ öffnen → Menü „Einstellungen“ → Submenü „Preferences“ → Tab „Distribution“


9. Einfaches Update und Upgrade

FĂĽr das einfache Updaten kann man ein Script erstellen, das alle update-Befehle und upgrade-Befehle mit anschlieĂźender Bereinigung vornimmt.

  1. eine leere Textdatei erstellen mit Namen „all-update“
  2. Datei in das Homeverzeichnis legen, also unter „/home/Mein-Benutzername/all-update“
  3. Inhalt des Script:
    #!/bin/bash
    # Author: Frank Rosenberger
    # Copyright (C) 2017 Frank Rosenberger
    # Date: 2017-01-31
    # Script Name: all-update
    # Version: 0.1
    # Description: update and upgrade debian
    # Written by Frank Rosenberger
    if apt list --upgradable && apt update && apt upgrade && apt dist-upgrade && dpkg --configure -a && apt install -f && apt clean && apt autoremove && apt autoremove --purge
    then
    echo $(basename './all-update' .sh) "successful"
    else
    echo $(basename './all-update' .sh) "error!"
    exit 1
    fi
    echo "end"
  4. Script mit KontextmenĂĽ-Eintrag „Eigenschaften“ und Reiter „Zugriffsrechte“ berechtigen mit Häckchen fĂĽr „Datei darf als Programm gestartet werden“.
    Oder im Terminal

    chmod a+rx all-update
  5. täglich 1x Aufrufen des Scripts mit:
    Terminal

    sudo ./all-update
    Passworteingabe fĂĽr Mein-Benutzername
    

10. Zusammenfassung

Hier eine Ăśbersicht ĂĽber die komfortable, effiziente und sichere Arbeitsweise mit Debian GNU/Linux.

  1. Die Testing-Variante ist sicher und mit aktueller Software und neuem Kernel gefĂĽllt.
  2. Der Xfce-Desktop, das Arbeitstier in vertrauter Umgebung ohne Ablenkung.
  3. Eine Installation ohne Swap ist auf einer SSD sogar schneller und bringt mehr Speicherplatz.
  4. su oder sudo, allgemeine administrative Rechte schnell bekommen.
  5. Wichtige Programme zur Selbsthilfe, alle mit grafischer Schnittstelle.
  6. Rolling Release, das immer aktuelle Betriebssystem auf Lebenszeit.
  7. Einfaches Update und Upgrade der Distribution mit Script „all-update“.

Updates diese Beitrages

Update am 2017-02-18

  • „Icedove“ ist in „Debian Experimental“ als „Thunderbird zurĂĽckgekehrt.
  • Im Script fehlte ein Zeilenumbruch, korrigiert.
  • Das Script ausfĂĽhrbar machen, korrigiert.