„Edge“ meldet sich als „Google Chrome“

Edge=GoogleChrome

Na, was ist denn das auf dem Windows 10 Desktop?
Ich wollte ein RemoteDesktop-Programm mit dem Webbrowser „Edge“ von Microsoft downloaden, und dann erscheint diese Warnung.
Ja, die Warnung ist berechtigt, aber wenn der Microsoft-Browser „Edge“ Anteile des „Google Chrome“ besitzt, sind auch Teile von „Chromium“ enthalten und „Edge“ müsste als OpenSourceSoftware gekennzeichnet sein und die Quelldateien zur Verfügung stehen.


Fakten:

  • Ein frisch installiertes Windows 10 mit 32 bit, Version 10.0.10586.
  • Das System läuft in einer Box von VirtualBox 4.3.36.
  • Keine weitere Software wurde installiert.

Anzeige der Windows Kommandozeile

Microsoft Windows [Version 10.0.10586]
(c) 2015 Microsoft Corporation. Alle Rechte vorbehalten.

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Für Juristen, bitte beachten Sie den Konjunktiv und die Satzzeichen.

Internet-Browser und Sicherheit

In meiner beruflichen Praxis habe ich festgestellt, das Internet gleich gestellt wird mit browsen, oder deutsch, das Umsehen mit Hilfe von Webbrowser auf gestaltenden Webseiten.
Nur am Rande, Teile des Internet sind auch E-Mail, Ftp, Fernwartung [remote maintenance], außerdem noch Online-Radio und Videos streamen sowie viele weitere Dienste und Anwendungen.

Je größer das Internet wird, umso mehr muss der Benutzer selbstverantwortlich mit dieser Freiheit umgehen. Wo Licht ist, ist auch Schatten, denn die kriminellen Versuche werden immer breiter und raffinierter. Um die Spreu vom Weizen zu trennen, folgen jetzt einige wertvolle Hinweise.

Vertrauen in eine Internet-Adresse
Mit Internet-Adresse ist hier die Domain gemeint wie „http:\\www.ro-kom.de“. Aus Sicherheitsgründen weise ich auf die Domain-Namen und Domain-Levels hin.
„ro-kom“ ist die Second-Level-Domain und „de“ die Top-Level-Domain. Die Verwaltung der Second-Level-Domain in Beziehung zur Top-Level-Domain „de“ obliegt der DENIC.

Die zweit häufigste Top-Level-Domain ist „de“.
Das hat mehrere Ursachen:
1. Durch das Telemediengesetz ist die Vertrauenswürdigkeit, auch Reputation, sehr hoch. Eine „de“ Top-Level Domain muss zwingend eine Impressums-Pflicht erfüllen.
2. Werden in anderen Ländern die kommerziellen Top-Level-Domain bevorzugt.
3. In manchen Ländern, wie Großbritannien, werden Top-Level-Domains gar nicht zur Verfügung gestellt.

Das Vertrauen wird, aus meiner Sicht, missbraucht, wenn die Top-Level-Domain verschleiert wird.
Folgendes Beispiel, „http://www.kostenlos-gratis-frei-null-euro-deutschland.de.tv/download/software“ ist keine von der DENIC verwaltete Top-Level-Domain „tv“ von dem Land Tuvalu! Das heißt, hier muss kein Impressum vorhanden sein und hinter der vielversprechenden Seite könnte sich ein Betrüger verschanzen.

Wikipedia macht es richtig mit der Adresse „http://de.wikipedia.org“:
1. Top-Level-Domain = „org“
2. Second-Level-Domain = „wikipedia“
3. Third-Level-Domain = „de“

Sicherer Browser
Die verbreitetsten Browser sind in Europa und vor allem im deutschsprachigem Raum in der Reihenfolge der Häufigkeit:
1. Google Chrome
2. Mozilla Firefox
3. Internet Explorer
4. Safari
5. Opera

Der unsicherste Browser ist für mich der Internet Explorer.
Auch die neueste Version 10 wird bei Experten kritisiert in den Punkten Sicherheit und Darstellungstreue. Firefox und Chrome gelten als relativ sicher, da diese sehr schnell auf bekanntgewordene Sicherheitsmängel reagieren. Da Safari, und erst recht Opera, ein Nischendasein führen, ist auch die finanzielle Grundlage nicht äquivalent der großen Browser-Akteure.

Allgemein für alle Browser
Für den Besuch auf Webseiten sollten folgende Dinge im Hinterkopf arbeiten:

Einstellungen im Browser
In den verschiedenen Browsern ist es teilweise möglich:
• Wenn persönliche Daten abgefragt werden, wie Bankdaten, geografische Adresse usw., nur Webseiten nutzen wenn die Adresse mit „https://“ beginnt. Das „s“ hinter „http“ steht für eine verschlüsselte Übertragung der Daten.
• Verstand einschalten! Zum Beispiel, wenn etwas kostenlos angeboten wird, dürften dann keine Bankdaten abgefragt werden.
• Die „de“ Top-Domain ist relativ sicher, da hier Impressums-Pflicht durch das Telemediengesetz besteht. Das heißt, es gibt in jeden Fall eine verantwortliche Person und eine Kontaktmöglichkeit. Wenn nicht, Aufsichtsbehörde auf „http://www.bundesnetzagentur.de“ alarmieren. Alle anderen Top-Domains müssen nicht in Deutschland registriert sein oder haben eine ausländische geografische Adresse.
• Nur Software downloaden die wirklich gewollt ist. Es gibt Portale die sogenannte „Download-Helper“ mit unsinniger Software, wie Toolbars, aufdrängen wollen. Unterlassen und einen neuen Anbieter suchen und vor allem, das Portal für immer meiden. Leider ist durch die Werbung der direkte und sichere Download, immer weiter zurückgedrängt.
• Eine neue Methode für Werbung ist es, vor dem tatsächlichen Download eine Menge großflächige Angebote mit dem Schalter [Button] „Download“ zu zeigen. Bitte einige Sekunden warten, denn der Download ist schon eingeleitet aber bewusst verzögert damit diese Reklame gelesen wird oder aber der ungeduldige Benutzer darauf reinfällt. Jeder Mausklick auf diese Reklame-„Download“-Schalter ist Geld an den Webseiten-Besitzer.
• Wer bewusst unethisches Material im Internet sucht, ist das sicherste Opfer für Angriffe über das Internet. Beispiele für „unethisch“: Unterdrückung einer wesentlichen Mehrheit durch eine Minderheit, militanter Fanatismus und das Quälen von schutzbefohlene Lebewesen, auch Tiere.

Einstellungen im Browser
In den verschiedenen Browsern ist es teilweise möglich:
• den gesamten Browserverlauf zu löschen
• Cookies von Drittanbietern löschen, beim Schließen des Browsers
• das Nachverfolgen von Webseiten [Tracking] zu verbieten, eher wünschen
• privater Modus, es wird keine Verlauf erstellt

Erweiterungen, Add-ons und Plugins
Über Browser-Erweiterungen kann jeder sein Sicherheitsbedürfnis befriedigen. Dies gilt aber nur zum Teil für den Internet Explorer.

Wichtige Erweiterungen für Sie könnten sein:
• Adblock Edge, sperren von Werbung, insbesondere von 3. Servern die nicht zum gewünschten Inhalt der Webseite gehören;
• WOT, Warnung vor nicht vertrauenswürdigen Seiten, wie Abo-Fallen oder anderweitig von angemeldeten Mitglieder kritisierter Inhalt und
• NoScript, sperrt das vielleicht zweitgrößte Sicherheitsrisiko „JavaScript“.

Extreme Sicherheit
Ja, auch extreme Sicherheit ist möglich.
• Proxy-Server, zum Beispiel für Journalisten ist das Surfen über einen Proxy-Server oder gleich über ein Netz von Proxy-Servern, wie das TOR-Netz, unbedingt zu empfehlen, weil der Journalist in seiner Identität geschützt wird.
• Textbasierende Browser, wie beispielsweise „Lynx“, geben keine MultiMedia-Inhalte aus.
• Manuell eingestellte Firewalls auf dem PC oder/und Router oder /und einen 2. Router mit dazwischenliegender DMZ (demilitarisierter Zone), sind aufwendige Maßnahmen mit hoher Qualität.

Nachteil der Sicherheit
Jeder Schritt in erhöhte Sicherheit verlangsamt den Zugriff auf Internet-Inhalte.
Aber ein kurzes Nachdenken und Adblock Edge sowie WOT sind so minimal im Zeitaufwand, das es sich in jeden Fall lohnt.
Bei Proxy-Servern geht der Datenstrom aus dem Internet schon stärker nach unten und bei einem Proxy-Netz scheint schon das Internet still zu stehen.