Von De­bi­an zu Arch Li­nux, der Um­stieg

Die­ser Bei­trag nimmt Be­zug auf “Distrowatch.com” wo es Erd­rutsch ähn­li­che Än­de­run­gen im Ran­king der Dis­tri­bu­tio­nen gibt. Denn „Arch Li­nux“, be­zie­hungs­wei­se sei­ne De­ri­va­te, sind mitt­ler­wei­le auf ei­nen un­ge­brems­ten Hö­hen­flug, laut Distrowatch.com.

Ich möch­te den Um­stieg von ei­ner “De­bi­an” ba­sie­ren­den Dis­tri­bu­ti­on zu ei­ner “Arch Li­nux” ba­sie­ren­den Di­s­tro er­klä­ren und  er­leich­tern. Die Ur­sa­chen der ho­hen Po­pu­la­ri­tät von “Arch Li­nux”, lie­gen mei­ner Mei­nung nach, in der Ent­wick­lungs­ge­schich­te von Li­nux. Li­nux, hier ganz­heit­lich ge­meint als Ker­nel und als Dis­tri­bu­ti­ons­an­ga­be.

Wich­tig, nach­fol­gend ist der Be­griff „Rol­ling Re­lease“ als die ech­te „Full-rol­ling Dis­tri­bu­ti­on“ ge­meint und kei­ne Ent­wick­lungs­zwei­ge, par­ti­el­le, zy­kli­sche oder an­de­re pseu­do Rol­ling Re­leases.

In­halts­ver­zeich­nis

Ur­sa­chen des Wech­sel in der Po­pu­la­ri­tät

Die Ur­sa­chen könn­ten an ei­nem ge­wach­se­nen An­spruch an ein Be­triebs­sys­tem lie­gen und ist die lo­gi­schen Kon­se­quenz ei­ner Ent­wick­lung.

War es zu­erst ein frei­es Be­triebs­sys­tem, was er­fun­den wer­den muss­te, kam spä­ter der Wunsch nach ei­nem si­che­rem Sys­tem dazu.

Nun wur­de Li­nux frei und si­cher. Doch es fehl­te die Be­nut­zer­freund­lich­keit, die wur­de durch “Ca­no­ni­cal” vor­an ge­trie­ben mit mo­der­ne Desk­top-Um­ge­bun­gen und ver­ein­fach­ten In­stal­la­ti­ons­rou­ti­nen.

Schon bis­her wa­ren die Li­nux-Dis­tri­bu­tio­nen schnell mit ver­füg­ba­ren Up­dates und Up­grades. Doch mit „Arch Li­nux“ än­dert sich al­les, jetzt wird auch der Li­nux-Ker­nel in ei­ner Ge­schwin­dig­keit und mit ei­ner Sta­bi­li­tät für das ge­sam­te Sys­tem aus­ge­tauscht, wie es das bis­her noch nicht gab.

Die bis­he­ri­ge Ent­wick­lung in der ad­di­ti­ven Ab­fol­ge.

  • 1992 Li­nux wird ein frei­es Be­triebs­sys­tem mit der GPL.
  • 1998 Mit den so­ge­nann­ten „Hal­lo­ween-Do­ku­men­ten“ wird Li­nux als si­che­res und tech­no­lo­gisch fort­schritt­lichs­te Be­triebs­sys­tem von Mi­cro­soft an­er­kannt, so mein Fa­zit. Er­reicht wur­de das mit ei­nem ein­fa­chen Rech­tema­nage­ment, Trans­pa­renz und Re­po­si­to­ri­en.
  • 2005 Ubun­tu wur­de mit dem Vor­ha­ben ge­bo­ren eine be­nut­zer­freund­li­che Li­nux-Dis­tri­bu­ti­on zu er­stel­len. Er­reicht wur­de das mit ei­ner ele­gan­ten In­stal­la­ti­ons­rou­ti­ne und mo­der­nen Desk­top-Um­ge­bun­gen.
  • 2015 Mit „Man­ja­ro“ und sei­nem ver­füh­re­ri­sche schö­nem XFCE-Desk­top ge­lang der Durch­bruch mit dem stän­dig ak­tu­el­lem Be­triebs­sys­tem. Durch „Man­ja­ro“ und sei­ner Ba­sis dem „Arch-Li­nux“, ist es Wirk­lich­keit ge­wor­den, auch dank des KISS-Prin­zi­pes, dass die­sen „Rol­ling Re­lease“ die Sta­bi­li­tät gibt.

Es ist so auf­re­gend wie Li­nux sich ent­wi­ckelt. Als nächs­tes soll­te der mo­no­li­thi­sche Ker­nel an­ge­gan­gen wer­den, um ihn in eine ef­fi­zi­en­te­re Struk­tur um­zu­bau­en. Und selbst da ist man schon auf dem Weg.

Auch die An­wen­der-Soft­ware in „Con­tai­ner“ zu ste­cken, ist da schon mal eine wei­te­re Be­rei­che­rung der Si­cher­heit.

Even­tu­ell ist “Mi­cro­soft” jetzt schon, im Jah­re 2018, mehr als 13 Jah­re in den Tech­no­lo­gi­en bei Be­triebs­sys­te­men zu­rück.

His­to­rie

Einst­mals ga­bel­te sich „Ubun­tu“ von „De­bi­an“ ab. Es war we­sent­lich be­nut­zer­freund­li­cher als De­bi­an. Es zeig­te eine ein­fa­che In­stal­la­ti­ons­rou­ti­ne und den schön auf­ge­setz­ten Desk­top. „Ubuntu“brachte ei­nen halb­jähr­li­chen Ak­tua­li­sie­rungs­plan mit und zu Letzt wur­den alle zwei Jah­re Lang­zeit­ver­sio­nen her­aus­ge­ge­ben.

Doch seit die An­sprü­che der Be­nut­zer durch „Ubun­tu“ ge­wach­sen sind, genügte„Ubuntu“ selbst auch nicht mehr. Zu die­sem Zeit­punkt eta­blier­te sich “Li­nux Mint”. Be­nut­zer se­hen die bis­he­ri­gen Fort­schrit­te von „Ubun­tu“ mitt­ler­wei­le als Ba­sis­kom­fort.

Die An­sprü­che stie­gen wei­ter und „Li­nux Mint“ wur­de auch un­at­trak­tiv, zu sehr war die Ab­hän­gig­keit von Ubun­tu und De­bi­an ein Brems­klotz für eine Dis­tri­bu­ti­on der Zu­kunft oder zu­min­dest ab den Jahr 2018.

In dem Zu­sam­men­hang gab es auch schon ei­nen April-Scherz in die­sem Jahr, hier zu fin­den https://itsfoss.com/linux-mint-arch/.

Die Ge­duld der Be­nut­zer war am Ende, nun soll al­les und im­mer auf den ak­tu­ells­ten Stand ge­setzt sein, also ein „Rol­ling Re­lease“. De­bi­an hat es seit 2011 bis heu­te nicht ge­schafft. Und „Ca­no­ni­cal“, die Fir­ma hin­ter „Ubun­tu“, hat sich ver­zet­telt mit ei­ner eig­nen Desk­top-Um­ge­bung und ei­nen ei­ge­nen Gra­fik­un­ter­bau. Zu­letzt hat man noch ein ei­ge­nes Con­tai­ner­sys­tem “Snap­py” ge­stemmt. Die Be­nut­zer wie­sen schon lan­ge auf die­se Fehl­ent­wick­lun­gen hin, doch bei “Ca­no­ni­cal” war man taub.

Arch Li­nux“ brach­te von Hau­se aus das „Rol­ling Re­lease“ mit und wur­de der Phö­nix aus der Asche. In ei­ner klei­nen Ni­sche, aber von Pu­ris­ten ge­pflegt und mit ih­rer gut aus­ge­stat­te­ten Do­ku­men­ta­ti­on und ih­ren Fo­ren, hat es “Arch Li­nux“ ge­schafft, die at­trak­ti­ve Ba­sis für Dis­tros zu wer­den mit schö­nen Desk­top-Um­ge­bun­gen und sehr ein­fa­che In­stal­ler. Der In­stal­ler von Man­ja­ro heißt „Ca­la­ma­res“ und der von An­ter­gos hat den Na­men „Cn­chi“, bei­de bah­nen sich ge­ra­de den Weg durch die di­ver­sen Dis­tros.

Jetzt tritt eben “Arch Li­nux” auf, als Ba­sis für sei­ne De­ri­va­te und dem un­schlag­ba­rem Ar­gu­ment, „Wir ha­ben al­les, was an­de­re auch ha­ben UND Rol­ling Re­lease“. „Man­ja­ro“ be­sitzt mitt­ler­wei­le den schöns­ten XFCE-Desk­top und „An­ter­gos“ ba­siert di­rekt auf den Arch-Re­po­si­to­ri­en, bei­de sind der­zeit die be­kann­tes­ten De­ri­va­te. Doch auch an­de­re Arch-Dis­tri­bu­tio­nen wie bei­spiels­wei­se “An­ar­chy” von Dyl­an Schacht sind be­ach­tens­wert.

Pa­ket­ma­nage­ment

Das Pa­ket­ma­nage­ment, „pacman“ von „Arch Li­nux“ muss ei­nes der bes­ten sein, wenn es schafft ei­nes der sta­bils­ten Dis­tri­bu­tio­nen zu ver­sor­gen und den­noch mit ei­nem „Rol­ling Re­lease“ das ak­tu­ells­te Li­nux zu sein. Es kann nur das KISS-Prin­zip sein, „Keep it simp­le and stu­pid“, was das Ge­heim­nis ist für den Er­folg des Pa­ket­ma­nage­ment. Denn es ist

  • ein­fach
  • an­pas­sungs­fä­hig
  • stän­dig ak­tua­li­siert
  • der Be­nut­zer als Ziel der Ent­wick­lung

Wei­ter­hin gibt es aus dem Ge­mein­schafts-Re­po­si­to­ri­um AUR jede Men­ge Arch-an­ge­pass­te Soft­ware.

Es kann sein, das ei­nes Ta­ges „Flat­pak“ die Rol­le von „pacman“ über­neh­men kann, aber zur Zeit ist es dazu noch zu jung in sei­ner Ent­wick­lung.

Fa­zit

Es muss eine Lo­gik da­hin­ter­ste­hen, wenn sich die Din­ge so än­dern, dass die Be­nut­zer im­mer mehr Ver­gnü­gen ha­ben an ih­rem Be­triebs­sys­tem Li­nux und trotz­dem durch mehr Kon­trol­le die Ver­läss­lich­keit spü­ren.

Das ist ein Wink an die Ost­küs­te der USA.

Quel­len

  • https://distrowatch.com/?language=DE
  • http://cut.debian.net/
  • http://www.catb.org/~esr/halloween/
  • https://anarchy-linux.org/
  • https://antergos.com/
  • https://manjaro.github.io/
  • https://wiki.archlinux.org/index.php/pacman
  • https://en.wikipedia.org/wiki/Rolling_distribution
  • https://youtu.be/tky_xQYbg‑8