Wer soll­te nicht von Win­dows auf Li­nux wech­seln


In­halts­ver­zeich­nis

  1. Kein Li­nux für den Mit­tel­stand, kein Li­nux für pri­va­te Nut­zer die 10 Jah­re Win­dows nut­zen
  2. Die Grün­de ge­gen eine Wech­sel zu Li­nux
  3. Schnell und bil­lig, Win­dows­pro­gram­me aus Fremd-Mo­du­len zu­sam­men­ge­setzt
  4. Dieb­stahl von frei­en Quell­code
  5. Wie be­kommt man trotz­dem sei­ne Win­dows-Soft­ware zum lau­fen un­ter Li­nux
  6. Die höchs­ten Prin­zi­pi­en von Soft­ware
  7. Hin­weis

Kein Li­nux für den Mit­tel­stand, kein Li­nux für pri­va­te Nut­zer die 10 Jah­re Win­dows nut­zen
Nach vie­len Jah­ren Li­nux-Pro­pa­gan­da gebe ich auf bei ei­ni­gen Be­nut­zern nun für Li­nux zu wer­ben.
Es geht in die­sem Bei­trag um klei­ne mit­tel­stän­di­sche Soft­ware, Soft­ware von Ge­rä­te­her­stel­lern und Soft­ware für die sehr stark Wer­bung be­trie­ben wird, ob­wohl es kei­ne Sorg­falt ge­gen­über Be­nut­zer exis­tiert. Denn meist ist die­se Soft­ware

  • un­frei,
  • kann nicht an­ge­passt wer­den,
  • wird mit Ver­si­ons­kauf ge­gän­gelt,
  • läuft nur un­ter be­stimm­ten Win­dows-Ver­sio­nen und
  • läuft nur mit be­stimm­ten und von Fremd­fir­men er­stell­ten pro­prie­tä­ren Mo­du­len.

Der pri­va­te Nut­zer be­kommt mit je­dem Ge­rät das er kauft, auch eine CD-ROM, die er brav ein­legt und die im Au­to­start an­ge­bo­te­ne Op­ti­on “Schnel­le In­stal­la­ti­on” be­zie­hungs­wei­se “Ein­fa­che In­stal­la­ti­on” aus­wählt. Um gleich den Irr­tum auf­zu­klä­ren, die “Schnel­le In­stal­la­ti­on” ist in Wirk­lich­keit die lang­sams­te In­stal­la­ti­on. Eben­so die “Ein­fa­che In­stal­la­ti­on” ist die kom­ple­xes­te In­stal­la­ti­on. Denn bei­de Op­ti­on la­den nicht nur den Ge­rä­te­trei­ber, son­dern jede Men­ge “gut ge­mein­te” und “hilf­rei­che” und “emp­foh­le­ne” Soft­ware auf die Fest­plat­te, na­tür­lich mit al­len Ein­trä­gen in den Au­to­start, denn Sie könn­ten die Soft­ware ja alle 10 Mi­nu­ten be­nö­ti­gen, da­von ge­hen die je­wei­li­gen Soft­ware-Her­aus­ge­ber aus. Der An­teil zwi­schen not­wen­di­gem Ge­rä­te­trei­ber und über­flüs­si­ger Soft­ware liegt mei­nes Er­ach­tens bei 1:100, ge­mes­sen am be­leg­tem Spei­cher­platz.
War­um wird der Be­nut­zer mit sol­cher Soft­ware be­läs­tigt? Weil hier Wer­be­gel­der flie­ßen für jede In­stal­la­ti­on die­ser frem­dem Soft­ware oder / und eine Lock-in Si­tua­ti­on für den Ge­rä­te­her­stel­ler an­ge­strebt wird.
Die­ses Soft­ware-Um­feld wird vom Win­dows-Be­nut­zer nach über 10 Jah­ren Nut­zung so ver­in­ner­licht, dass ein Pa­ra­dig­men­wech­sel für ihn nicht mehr in Fra­ge kommt. Denn über 10 Jah­re Win­dows-Kon­di­tio­nie­rung steht für “war schon im­mer so und an­ders ken­ne ich es nicht und da­her ist es gut so”.


Die Grün­de ge­gen eine Wech­sel zu Li­nux
Ei­ni­ge Win­dows-Soft­ware ist un­ter Win­dows von der tech­ni­schen Sei­te ge­se­hen wirk­lich so schlecht, das mir die Lust ver­geht, die­se Pro­gram­me un­ter Li­nux lauf­fä­hig zu ma­chen.
Ein Bei­spiel sind die spe­zi­el­len Pro­gram­me für den Mit­tel­stand. Die Her­aus­ge­ber die­ser Pro­gram­me hat­ten ein Pro­blem der je­wei­li­gen Be­rufs­grup­pen auf­ge­grif­fen und prä­sen­tie­ren eine Lö­sung die schnell und bil­lig rea­li­siert wur­de. Der Ne­ben­ef­fekt ist, alle gu­ten Vor­sät­ze von Sorg­falts­pflicht, ge­gen­über dem Kun­den und sei­ner In­ves­ti­ti­on, sind über den Hau­fen ge­wor­fen:

  • wie das “KISS”-Prinzip, das Pro­gramm so ein­fach wie ir­gend nur mög­lich hal­ten, da­mit die Funk­tio­na­li­tät in je­dem Fall er­hal­ten bleibt;
  • statt ein Pro­gramm für eine Auf­ga­be, wird die ei­er­le­gen­de Woll­milch­sau prä­sen­tiert;
  • Ver­ant­wor­tung für sein Pro­dukt zu über­neh­men, ist nicht mög­lich da Fremd­mo­du­le an­de­rer Her­stel­ler das un­ter­gra­ben und
  • die Soft­ware­pfle­ge durch Main­tai­ner, das die Soft­ware auch in der Zu­kunft, egal ob durch Ba­sis­än­de­rung oder Pa­ra­dig­men­wech­sel, lauf­fä­hig bleibt, kann nicht ge­währ­leis­tet wer­den, da Pro­gram­mie­rer die teu­er sind, ent­las­sen wer­den.

Die höchs­ten Prin­zi­pi­en für si­che­re Soft­ware wer­den oh­ne­hin nicht ein­ge­hal­ten.
Mitt­ler­wei­le ist es All­ge­mein­wis­sen, gute Pro­gram­mie­rer und gute Soft­ware kos­ten Geld. Wer sich un­be­dingt mit ei­ner Ver­kaufs­ver­si­on ei­nes Pro­gramms eine gol­de­ne Nase ver­die­nen will, muss zwangs­läu­fig schlech­te Soft­ware pro­du­zie­ren las­sen. Au­ßer man hat am Be­ginn Geld­ge­ber die Mil­lio­nen von Gel­dern vor­schie­ßen, doch das dürf­te wohl nur we­ni­gen In­itia­to­ren ge­lin­gen.
Schlecht pro­gram­mier­te Soft­ware un­ter Li­nux zu in­stal­lie­ren, läuft dia­me­tral zu den Kon­zept für Si­cher­heit un­ter Li­nux. Denn we­gen ei­ner schlech­ten Win­dows-Soft­ware das kom­plet­te Li­nux-Be­triebs­sys­tem zu kom­pro­mit­tie­ren macht kei­nen Sinn.
Un­ter Li­nux ha­ben die Pro­gram­me üb­ri­gens ei­nen na­ment­lich be­kann­ten und da­mit ver­ant­wort­li­chen Men­schen.


Schnell und bil­lig, Win­dows­pro­gram­me aus Fremd-Mo­du­len zu­sam­men­ge­setzt
Wie das geht mit schnell und bil­lig Pro­gram­me zu er­stel­len, ganz ein­fach mit Fremd-Mo­du­len die als Grund­la­ge vor­aus­ge­setzt wer­den für die ei­ge­ne Soft­ware des Her­aus­ge­bers von mit­tel­stän­di­scher Soft­ware oder Ge­rä­te­soft­ware. Das heißt im Um­kehr­schluss aber nicht un­be­dingt preis­wert für den An­wen­der.
Für Win­dows-Soft­ware soll­te das Be­triebs­sys­tem Win­dows, zu­min­dest in den letz­ten bei­den ak­tu­el­len Ver­sio­nen, aus­rei­chend sein. Dem ist nicht so. Meist wer­den noch pro­prie­tä­re Mo­du­le vor­aus­ge­setzt, wie die­se Bei­spie­le:

  • Mi­cro­soft .NET x.x
  • Mi­cro­soft Ac­cess xxxx-Run­ti­me
  • Mo­du­le aus un­ter­schied­li­chen “Adobe”-Produkten

Ob­wohl die frei­en Al­ter­na­ti­ven die­ser Mo­du­le, wie „mono“, „Ma­riaDB“ und „Ghost­script“, vor­han­den sind und die­se platt­form­über­grei­fend zur Ver­fü­gung ste­hen, wer­den die­se nicht ge­nutzt.
Die pro­prie­tä­re Mo­du­le ha­ben den Nach­teil, das die­se nur für ei­nen be­grenz­ten Zeit­raum gül­tig sind, bis zum grö­ße­rem Up­date der Soft­ware oder des Be­triebs­sys­tems. So kann es also pas­sie­ren, das eine Soft­ware für viel Geld un­ter “Win­dows Vis­ta” an­ge­schafft, un­ter “Win­dows 10” nicht mehr funk­tio­niert. Da­für dür­fen Sie aber mit groß­zü­gi­gem Ra­batt die neu­es­te Ver­si­on kau­fen, die aber wie­der­um die Da­ten der bis­he­ri­gen Ver­si­on nicht mehr im­por­tiert.
Die­se Stück­wer­ke von mit­tel­stän­di­scher Soft­ware und auch Soft­ware von Ge­rä­te­her­stel­lern, ist sehr schwer un­ter “Wine”, eine Win­dows-Lauf­zeit­um­ge­bung für Uni­xe, zum lau­fen zu brin­gen, da die Her­stel­ler sehr sehr spar­sam mit den ge­sam­ten Sys­tem­vor­aus­set­zun­gen für ihre Soft­ware sind. Denn zum Bei­spiel reicht es nicht aus “ab Win­dows Vis­ta”, wenn trotz­dem “Mi­cro­soft .NET 4.5” be­nö­tigt wird. Aber eine Vis­ta-In­stal­la­ti­on hat nur Ver­si­on 3.0 im Ge­päck. Ja, die­ses Durch­ein­an­der von in­kom­pa­ti­bler Soft­ware und Vor­aus­set­zun­gen zieht sich wie ein ro­ter Fa­den durch.


Die­be­stahl von frei­en Quell­code, “Open Source Soft­ware”
Eine wei­te­re be­lieb­te Me­tho­de um bil­lig Pro­gram­me zu er­stel­len, ist das Steh­len von frei­en Quell­code für ei­ge­ne Pro­gram­me und die­se dann als ei­ge­nes Werk mit pro­prie­tä­rer Li­zenz aus­zu­stat­ten um den Dieb­stahl ih­rer Soft­ware vor­zu­beu­gen.
War­um steh­len die­se Pro­gram­mie­rer, ganz klar, weil es kei­nen bes­se­ren Pro­gramm­code gibt als “Open Source Soft­ware”.


Wie be­kommt man trotz­dem sei­ne Win­dows-Soft­ware zum lau­fen un­ter Li­nux
Mit Vir­tua­li­sie­rung von “Win­dows” in ei­ner Box, wie bei­spiels­wei­se mit der “Vir­tu­al­Box” von Ora­cle, kann die­se Soft­ware lauf­fä­hig ge­setzt wer­den. Lei­der ist die­se Lö­sung nur be­dingt zu emp­feh­len, da Ora­cle aus mei­nem Ver­ständ­nis jede freie Soft­ware aus ih­rem Hau­se, dazu ge­hört auch „Vir­tu­al­Box“, im Lau­fe der Zeit zer­stört. Das schlimms­te Bei­spiel „Open­Of­fice“, das jetzt end­lich, aber ver­mut­lich zu spät, an die “Apa­che Foun­da­ti­on” ab­ge­ge­ben wur­de. Mit “Java” wird ein Är­ger nach dem an­de­rem von “Oracel” pro­du­ziert, um sich mit Ent­wick­lern, Fir­men und An­wen­dern zu über­wer­fen.
Es gibt noch an­de­re Vir­tua­li­sie­rungs-Soft­ware, die aber ent­we­der nicht so kom­for­ta­bel sind oder kos­ten­pflich­tig und trotz­dem nicht so gut wie “Vir­tu­al­Box” sind. Wer be­reit ist zu ler­nen, dem steht mit „QEMU“ eine Lö­sung zur Ver­fü­gung. QEMU nutz die KVM-Vir­tua­li­sie­rung des Li­nux-Ker­nels, das heißt na­ti­ve Un­ter­stüt­zung für Gast­sys­te­me und Re­mo­te­sys­te­me.
Mit nicht kom­for­ta­bel könn­te man le­ben, aber ge­ra­de der Win­dows-Be­nut­zer wird sich nicht mit der Tech­nik von Vir­tua­li­sie­rung be­schäf­ti­gen, mit sei­nem Tot­schlag-Ar­gu­ment “Un­ter Win­dows ging es doch.”, selbst dann, wenn es eben zu­letzt nicht mehr ging und der Wech­sel ge­nau aus die­sem Grun­de er­wo­gen wur­de. Ja, es ist ver­rückt und trotz­dem Rea­li­tät.


Die höchs­ten Prin­zi­pi­en von Soft­ware
Mög­li­cher­wei­se ist nur “Open Source Soft­ware” in der Lage pro­fes­sio­nel­le Com­pu­ter­auf­ga­ben zu er­le­di­gen. Aus mei­ner Sicht sind fol­gen­de Prin­zi­pi­en wich­tig für pro­fes­sio­nel­le Soft­ware:


Hin­weis
Mei­ne Aus­sa­gen be­tref­fen nicht alle Soft­ware für den Mit­tel­stand und Ge­rä­te-Her­stel­lern, aber meist habe ich nur sol­che Soft­ware an­ge­trof­fen. Na­tür­lich kann das auch ein un­er­gründ­li­cher Zu­fall im Uni­ver­sum sein, das es nur mir so pas­siert ist.
Ach; die Mar­ken­na­me ge­hö­ren den je­wei­li­gen In­ha­bern.