Win­dows — Hil­fe, mein wich­ti­ges Pro­gramm geht nicht

Also, das ist ein Fluch mit der NSA. Seit den ers­ten Snow­den-Ent­hül­lun­gen glau­ben jetzt sehr viel Fir­men, das auch sie sich das Recht her­aus­neh­men dür­fen, un­ge­fragt Da­ten zu sam­meln über an­de­re Men­schen und vor al­lem an­de­ren Ge­schäf­ten; merkt ja keiner.

Pro­blem:
Selbst­stän­di­ge mel­den sich bei mir, weil plötz­lich ein wich­ti­ges Pro­gramm nicht mehr geht. Am Te­le­fon oder über Fern­war­tung gibt der je­wei­li­ge “Ad­mi­nis­tra­tor” die­ser Soft­ware, ver­mut­lich Men­schen die nach la­mi­nier­ten Vor­la­gen ar­bei­ten, die fol­gen­den, zum Teil un­kla­ren, Anweisungen:

  • das An­ti­vi­ren­pro­gramm an­wei­sen das je­wei­li­ge Pro­gramm “vom Vi­ren­scan­nen auszunehmen”
  • das “An­ti­vi­ren­pro­gramm de­ak­ti­vie­ren”, also kom­plett ab zu schalten
  • ei­nen “Port frei­zu­schal­ten”, ver­mut­lich in den Fire­walls, aber un­klar wel­cher von den 65.535
  • da der in der Soft­ware pro­gram­mier­te und be­nö­tig­te Port den “Ad­min­stra­to­ren” nicht be­kannt ist, he­ist es gleich die “Fire­wall aus­zu­schal­ten”, ver­mut­lich den von Windows
  • die “Fire­wall noch­mal aus­schal­ten”, ver­mut­lich des Rou­ters, ab jetzt kann man auch die ge­sam­ten Tür­schlüs­sel gleich mit ab­ge­ben, die Wir­kung ist dieselbe
  • den EDV-Be­treu­er zu kon­tak­tie­ren, das er das je­wei­li­ge Pro­gramm oder ir­gend et­was “frei­schal­ten” soll, was über­haupt nicht ge­sperrt ist

JA GEHT ES NOCH? Win­dows ist schon jetzt Frei­wild und dann den letz­ten Rest an Si­cher­heit auch noch de­ak­ti­vie­ren? Mit di­ver­sen Sys­tem­mo­ni­to­ren, wie zum Bei­spiel ganz ein­fach ei­nem Taskma­na­ger, kom­men sie den un­lau­te­ren Pro­gram­men auf die Schli­che. Ich den­ke, es dau­ert auch nicht mehr lan­ge, bis die­se un­se­riö­sen Din­ge vor dem Staats­an­walt kom­men, so­fern es un­se­re “Po­li­tik” das zulässt.


Aber nun zu den wah­ren Grün­den, wes­halb man­che Pro­gramm plötz­lich nicht mehr funk­tio­nie­ren und Sie kei­ne ech­te Hil­fe er­war­ten dürfen.

  • Heut­zu­ta­ge wol­len Her­stel­ler auch Da­ten über Ihre Kun­den und ver­mut­lich auch de­ren Kun­den sam­meln und öff­nen ei­nen Rück­ka­nal aus dem Pro­gramm, das un­ge­fragt vom Be­nut­zer Da­ten sen­den soll. Ge­nau das ver­hin­dern An­ti­vi­ren-Pro­gram­me und Fire­walls aus gu­tem Grund!
  • Die so­ge­nann­ten Ad­mi­nis­tra­to­ren an den Help-Li­nes und Help-Desks sind schlecht be­zahl­te Te­le­fo­nis­ten, die in den Glau­ben ge­stärkt wer­den, sie ver­ste­hen das je­wei­li­ge Pro­gramm ohne je­mals eine grund­le­gen­de IT-Aus­bil­dung er­hal­ten zu haben.
  • Die Ori­gi­nal-Pro­gram­mie­rer der Soft­ware, die wirk­lich ihr Hand­werk ver­stan­den, sind aus der je­wei­li­gen Fir­ma ge­flüch­tet, weil eine neue Ge­schäfts­füh­rung über­haupt nicht ver­steht, das Pro­gram­me auch Pro­gram­mie­rer be­nö­ti­gen und das je­den Tag. Für Ge­schäfts­füh­rer sind Pro­gram­mie­rer nur teu­re Last. Schlecht be­zahl­te jun­ge Leu­te, die sich für Pro­gram­mie­rer hal­ten, wer­den ein­ge­stellt. Das De­sas­ter ist so­mit vorprogrammiert.

Lö­sung:
Von die­sen Lö­sun­gen ist nie­mand be­geis­tert, nicht der Soft­ware-Ver­trei­ber und nicht der Be­nut­zer, aber die­se Lö­sun­gen sind unausweichlich!
Tren­nen Sie sich un­be­dingt von un­lau­te­ren Pro­gram­men, auch wenn die­se vie­le Jah­re ih­ren Dienst ta­ten und auch wenn es die ei­er­le­gen­de Woll­milch­sau ist.
Es gibt ge­nü­gend Open-Source-Soft­ware auch für das je­wei­li­ge Auf­ga­ben­feld und kom­bi­nier­bar mit an­de­rer auf­ga­ben­ori­en­tier­ter Open-Source-Software.
Der Aus­tausch des Be­triebs­sys­tems Win­dows auf Li­nux ist un­ver­meid­lich. Das zu­künf­ti­ge Win­dows 10 ist das Ende, sagt Mi­cro­soft selbst.

Üb­ri­gens, un­ter De­bi­an, Ubun­tu, Li­nux Mint und vie­len an­de­ren Dis­tri­bu­tio­nen sind etwa 38.000 KOSTENLOSE Pro­gram­me zu finden!


Die­ser Ar­ti­kel ent­spricht mei­nen Er­fah­run­gen aus mei­ner lang­jäh­ri­gen Tätigkeit.
Es wer­den nicht die Mit­ar­bei­ter an­ge­pran­gert, son­dern das Sys­tem der Ge­schäfts­füh­rung. Nicht der Pro­fit, son­dern Pro­fit­ma­xi­mie­rung bis zum Un­ter­gang der Soft­ware oder des Un­ter­neh­mens oder bei­des, scheint das Ziel zu sein.
Eben­so sind auch nicht die jun­gen wil­li­gen Ad­mi­nis­tra­to­ren ge­meint, die in den Fir­men nicht nur das Netz­werk mit ih­ren Ser­vern be­treu­en. Denn die­se müs­sen auch noch die Desktop-PC´s mit ih­rer Soft- und Hard­ware be­treu­en, die Un­ter­neh­mens-Web­site be­treu­en, na­tür­lich pro­gram­mie­ren kön­nen und noch jede Men­ge Da­ten­ban­ken war­ten. Also meh­re­re Ar­beits­plät­ze be­le­gen für na­tür­lich “an­ge­mes­se­nen” Lohn. Te­le­fo­nie­ren Sie selbst auf ein Zei­tungs­in­se­rat “Ad­mi­nis­tra­tor ge­sucht” und hö­ren, wel­che An­for­de­run­gen aus dem Hö­rer spru­deln. Ge­nau­so Pro­gram­mie­rer, wenn am liebs­ten alle Pro­gramm­spra­chen in Per­fek­ti­on be­herrscht wer­den sollen.